Abschied und Home Sweet Home

Nachdem ich nun seit knapp 4 Wochen wieder im Lande bin, muss ich endlich mal mit meinem Blog nachkommen bzw. meinen Erlebnisbericht beenden. In meiner letzten Woche in Mae Sapok hatte ich noch einige intensive Elefantenmomente. Gemeinsam mit Natalie betreute ich in meinen letzten Tagen eine kleine Gruppe, bei der ich selbst mitreiten konnte. Ich bin Mae Gaeo II geritten, unsere liebe alte Dame, die ich sehr ins Herz geschlossen habe (und die sich mittlerweile auch auf meinem Bein befindet).

Und natürlich gehörte auch das ausgiebige Baden dazu. Auch wenn das Wasser an dieser Stelle im Fluss kaum noch ein vernünftiges Baden hergibt, hatten wir jede Menge Spaß – inklusive Schlammbad für Elefanten und Menschen. Tatsächlich ist an meinem letzten Tag in Mae Sapok dann doch noch der lang ersehnte Regen gekommen – als ich gerade mit Mae Boontong unterwegs war. Mittlerweile herrschten täglich Temperaturen von über 40 Grad, so dass sich alle über den erfrischenden Regen gefreut haben.

Die Flusstour habe ich am meisten genossen, durch die Bambuswälder und Bäume an denen Luffa-Schwämme wachsen. Dort, wo das Glück – in Form von 4-blättrigen Kleeblättern – überall zu finden ist…. herrlich!

IMG_2315

Neben den Elefanten hatte ich noch ein weiteres besonderes Highlight in meiner letzten Woche. Ich war auf einer Karen-Hochzeit in unserem Dorf Mae Sapok Dei eingeladen. Mit zahlreichen Essensgaben bewaffnet, fuhren wir mit Nais Pick-up ins Dorf, um der Zeremonie und den Feierlichkeiten beizuwohnen.

Die Zeremonie war sehr interessant, auch wenn ich natürlich kaum ein Wort verstand. Sie  fand zweisprachig statt, auf Karen und Thai und neben etlichen Segnungen der älteren Verwandten wurden auch einige Lieder gesungen.

Das gesamte Dorf war versammelt und alle waren in ihren schönsten Trachten gekleidet – ein tolles Erlebnis. Neben dem Brautpaar waren Natalie und ich wohl die Hauptattraktion, denn wir waren die einzigen anwesenden Farangs. Ich fand es toll, diesem besonderen Ereignis beiwohnen zu dürfen.

Generell stand meine letzte Woche unter dem Zeichen vieler „letzter Male“. Ein letztes Mal im Kindergarten vorbei schauen, ein letztes Mal nach Mae Sapok Dei – viele kleine, teils traurige Abschiede! Und natürlich meine Abschiedsfeier in der Karaoke-Bar – ein eher lustiger als trauriger Abend.

Und dann kam auch schon mein letzer Tag im Elefantencamp. Ein letztes Mal auf dem Auto hintendrauf stehen, Abschied nehmen von meiner schönen Mae Wan Mai und all den lieben anderen Elefanten – und ein letzter Ausritt mit Mae Boontong.

Als krönender Abschluss ein letztes Mal Elefantenbaden an der tiefen Badestelle inklusive herumalbern mit den Mahouts, Elefanten und Gästen. Und dann – nach einem letzten Knuddeln – war es leider wirklich an der Zeit den sanften Riesen endgültig „Goodbye“ zu sagen. 😦

Nach dem Abschied im Camp tranken wir noch ein letztes Bier mit den Kollegen und einigen Mahouts an unserer Bank. Dort hängt mittlerweile ein Plakat von Bodos Ehrung durch die thailändische Prinzessin – welches die Mahouts bestaunten.

Der Abschied von Bee und Nai war einer der schwersten – selten sind mir so warmherzige Menschen begegnet, die mich sehr liebevoll aufgenommen haben. Mit Natalie fuhr ich dann nach Chiang Mai, wo ich den letzten Abend mit ihrem Freund und ihr verbrachte. Und auch hier gab es noch ein paar „letzte Mal“ zu erleben: Frühstücken im German Beergarden, Massage in meinem Lieblings-Salon „Lila Massage“ (wo man von Ex-Gefängnis-Insassinen massiert wird)…bis es dann mittags Richtung Flughafen ging. Als Natalie und Bee mich dort absetzten ging es mir eigentlich ganz gut, da überwog die Vorfreude auf zuhause. Als ich jedoch einige Zeit im Wartebereich verbrachte, wurde mir scheinbar doch bewusst, dass diese einmalige Zeit nun tatsächlich zuende ging – und da liessen sich die Tränen nicht mehr aufhalten. Bestimmt waren auch einige Tränen der Wiedersehens-Vorfreude dabei – aber auf jeden Fall war es ein sehr sentimentaler Moment, der da über mich hereinbrach.

Nach etlichen Stunden Flug und Wartezeiten an diversen Flughäfen erreichte ich dann endlich die Heimat. Dort wurde ich am Flughafen überrascht von meinem Bruderherz samt Freundin mit Blumen und Ballon  – und freute mich sehr, wieder zuhause zu sein. In den nächsten Tagen folgten tolle Wiedersehensmomente: Familienessen, Mädels-Überraschung, Super-Agentur-Willkommens-Überraschung (inklusive Integrationstest und vieler origineller Geschenke) – es war – und ist! – wirklich toll zu sehen, wieviele Menschen sich gefreut haben, dass ich wieder da bin! Denn das alles tröstet sehr über den Abschiedsschmerz der sanften Riesen, der lieben Menschen und des wunderschönen Landes hinweg.

Und jetzt? Knapp vier Wochen später hat mich mein Alltag wieder im Griff. Es kommt mir nicht vor, als sei ich noch vor einem Monat mit Elefanten durch den Dschungel spaziert. Die ganze Zeit dort erscheint mir in weiter Ferne – was eigentlich sehr schade ist. Aber heute – beim Schreiben dieses Blogs und beim Sichten der Bilder – war ich wieder für einen Moment dort… im schönen thailändischen Norden mit meinen wunderschönen Dickhäutern. (Vielleicht folgt doch noch irgendwann das ein oder andere Kapitel, wenn mich das Fernweh überkommt…)

Und ein kleines bißchen verfolgen sie mich doch in meinem deutschen Alltag, die Elefanten. Ich träume viel von ihnen – und tagsüber sehe ich sie überall, in den unterschiedlichsten Situationen. Als Wolkenformation am Himmel, als Laub auf dem Boden (das erkenne wahrscheinlich nur ich ;-)) und als Ingwer im Bioladen (das erkennt ihr hoffentlich auch?!)

Tatsächlich vermisse ich neben den Elefanten vor allem auch die viele Zeit, die ich in der Natur verbringen dürfte. Stundenlang durch die Wälder spazieren ist schon ein besonderes Geschenk. Aber auch unsere Umgebung hier hat sehr viel schönes zu bieten, wenn man mit offenen Augen unterwegs ist.Meine morgendlichen Laufrunden durch den Wald und um den See genieße ich sehr – die Natur erleben mit ihren kleinen und großen Wundern.

Auch wir haben wunderschöne Wälder, sogar lebende Maibäume… und auch bei uns wächst das Glück am Wegesrand… man muss nur einfach länger Ausschau halten nach einem vierblättrigen Kleeblatt… 😉

Oder wie Buddha einst weise sagte: „Es gibt keinen Weg zum Glück. Glücklichsein ist der Weg!“ Ein perfektes Fazit zu meiner 5-monatigen Auszeit im Norden Thailands und somit ein schöner Schlusssatz für meinen Erlebnisbericht.

Ich danke euch für das schöne Feedback zu meinem Blog und freue mich, dass ihr an meinem Abenteuer teilhaben wolltet. Mir hat es riesigen Spaß gemacht, das Erlebte mit euch zu teilen – schön, dass ihr dabei ward!

Macht´s gut und seid glücklich! 🙂 Eure Melanie

 

 

Endspurt

Heute vor zwei Wochen bin ich in Deutschland gelandet und mein Leben im nordthailändischen Bergdorf fühlt sich unbeschreiblicherweise an, als läge es in weiter Ferne. Es ist einfach so ein komplett anderes Leben und erscheint mir fast surreal, dass es für 5 Monate tatsächlich MEIN Leben war.

Wie gut, dass ich meine letzten Wochen in Thailand noch voll ausgekostet habe. Kurz nach dem Treck besuchte ich mit Natalie und ihrem Freund Bee ein Elefantencamp von Bees Freund. Dort war 10 Tage zuvor ein Kalb geboren wurden. Ihr erinnert euch, wie verliebt ich in das 5-monatige Kalb war? Alle Elefanten sind  für mich faszinierende und wunderschöne Tiere – aber Baby-Elefanten sind einfach der Hammer.

Dieses Camp war nicht nur mit dem Neugeborenen gesegnet, sondern hatte auch noch zwei 8-Monate alte Kälber. Während das Baby permanent bei seiner Mama war, schlief und trank, kam eines der anderen Kälber neugierig zu uns und wollte spielen. Und ich dürfte hautnah erleben, dass so ein kleiner Racker schon über enorme Kräfte verfügt. Ich wurde umgerannt und es wurde liebevoll an meinem Knie geknabbert – die Kleine hatte scheinbar einen Narren an mir gefressen.

Es hat riesigen Spaß gemacht mit ihr zu knuddeln und zu spielen – auch wenn sie eindeutig die Stärkere war. Und es war auch interessant, mal wieder hinter die Kulissen eines weiteren Elefantencamps zu schauen. In meiner Zeit in Thailand habe ich sehr viel über Elefantenhaltung und -tourismus im Allgemeinen gelernt, über unterschiedliche Ansätze und Interessen der Campbetreiber. Dies alles sind spannende Themen, die vielleicht in meinem Blog ein wenig zu kurz gekommen sind. Hierüber und über die Lebensweise der Karen könnte ich etliche weitere Blogeinträge verfassen – vielleicht mache ich das auch irgendwann einmal. Zunächst möchte ich aber meine Abenteuerreise chronologisch vervollständigen. Und wer dann noch nicht müde ist von meinem Geschreibsel und meinen Fotos, der schaut einfach irgendwann einmal, ob es wieder neuen Lesestoff und Fotos gibt (seid gewiss, ich habe noch hunderte, die ich bisher nicht veröffentlich habe!)

Zurück zu meinen Erlebnissen und somit in das Karendorf von Bees Eltern, in dem ich zwei Tage des Songkran-Festes verbringen dürfte. Nach den abenteuerlichen und feuchtfröhlichen Wasserschlachten in der Stadt ging es am nächsten Morgen früh los nach Mae Sae. Hier leben die Eltern und Schwestern von Natalies Freund in einem sehr ursprünglichen Karendorf, in dem es keinen Strom gibt. Ich freute mich, die beiden begleiten zu dürfen um einmal das andere – das traditionelle – Songkran kennenlernen zu dürfen. Mae Sae unterschied sich sehr von Mae Sapok. Ein kleines beschauliches Dörfchen, was auf den letzten Kilometern nur über einen abenteuerlichen Feldweg zu erreichen war und somit sehr abgeschieden lag.

Die Häuser von Bees Eltern und Schwestern waren groß und sehr gepflegt und das ganze Dorf unfassbar sauber (was in Mae Sapok leider nicht immer der Fall war). Die Spül- und Waschstelle war außerhalb und das Badezimmer sowieso separat – wie das in Karen-Häusern immer der Fall ist. Bee zeigte mir das ganze Dorf und in alter Tourguide-Manier erklärte er mir Gegenstände, die früher zur Feldarbeit dienten und etliche Hintergründe über das Dorfleben. Wir sollten die Nacht im Hause seiner Schwester verbringen, die mit ihrem Mann und den beiden Töchtern dort lebte.

Den Nachmittag verbrachten wir damit, mit den Kindern zu spielen und uns ein wenig auszuruhen. Bees Vater war mit den Wasserbüffeln unterwegs, aber seine Mutter begrüßte uns direkt freudig im Hause der Schwester. Die gesamte Familie war überaus herzlich und ich fühlte mich jederzeit willkommen.

Bee bereitete zusammen mit seiner Schwester  das Abendessen zu und natürlich schaute ich nach, was die beiden in der Küche zauberten. Als ich den Echsenkopf sah, der Teil unseres Abendessens war, verschwand mein Appetit und war für den Rest des Abends unauffindbar. Natürlich wollte ich mir nichts anmerken lassen! Und es gab ja schließlich auch noch eine weitere Auswahl: Streifenhörnchen, Hühnchen (mit allem) und Reissuppe (von der ich nun auch weiß, warum sie von einigen Farangs Schlonz oder Schnodder genannt wird). Ich möchte wirklich nicht undankbar erscheinen, aber es war tatsächlich sehr gewöhnungsbedürftig für mich. Ich aß meinen Reis und etwas von dem Hühnchen und kostete alles andere höflich (außer der Echse, das habe ich nicht über mich gebracht).

Der Abend neigte sich mit eintretender Dunkelheit früh dem Ende zu. Vorausschauend zündeten wir eine Kerze an, die uns den Weg in unser Schlafgemach leuchtete. Natürlich dürfte das Zähneputzen vorher nicht fehlen.

Sofort stellte sich wieder das Treck-Freiheits-Feeling ein: Zähneputzen im Freien und einfach in die Natur spucken – herrlich! 😉  So früh der Tag beendet war (mit Einbruch der Dunkelheit gegen 19 Uhr), so früh startete der nächste (mit Einbruch der Dämmerung ab 5 Uhr). Das Haus wurde munter und alle wurden aktiv – und um 7 Uhr standen auch wir auf. Zum Frühstück gab es Reis und Reissuppe. Einmal etwas anderes als das sonst obligatorische Toast mit Marmelade. (Nun kann ich darüber schmunzeln, nachdem ich in den letzten zwei Wochen morgendlich Schwarzbrot, Roggenbrot, Dinkelbrot und Körnerbrot genießen dürfte!!!)

Nach dem Frühstück packten wir Geschenketaschen für die Dorfbewohner (mit Seife, Nudelsuppe, Waschmittel und weitere nützlichen Utensilien) und machten uns auf den Weg, um diese unters Volk zu bringen. Wir gingen von Haus zu Haus, wünschten ein „Sabai dii pii mai“ (Frohes neues Jahr!) und segneten die Alten. Hierzu standen Schüsseln mit Wasser bereit, welches jeder von uns dreimal über die Hände der älteren Menschen goß. Hierzu sprach der Gesegnete und dankte für den Segen. Im Gegenzug empfingen wir Segenswünsche und bekamen dabei ein Armband umgelegt, welches dreifach geknotet wurde. Dieses Ritual kannte ich bereits von unserem Zeremonienmeister und einem Mönch aus Chiang Mai.

Für mich war es etwas ganz Besonderes, an diesen Ritualen der Karen teilzunehmen. Es war das absolute Gegenteil zum wilden Treiben in der Stadt – und es war eine einmalige Erfahrung!

Bevor wir uns am frühen Vormittag verabschiedeten, wurden Natalie und ich von Bees Mutter noch großzügig beschenkt. Ich bekam eine wunderschöne handgewebte Tracht, einen Rockstoff, eine Tasche und Ketten – somit ein komplettes Karen-Outfit. Ich war wirklich sehr gerührt über diese persönlichen Geschenke von Bees Familie, die ich direkt in mein Herz geschlossen hatte! So reich gesegnet und beschenkt machten wir uns auf den Weg zurück nach Chiang Mai.

In der Stadt erwartete uns derselbe Trubel wie zwei Tage zuvor. Also lud ich mein Gepäck im Guesthouse ab, packte mein wasserdichtes Täschchen und beobachtete das nasse Treiben aus einem Café in der Nähe meiner Unterkunft – und wurde auf dem kurzen Weg dorthin natürlich prompt wieder pitschnass!

Ich amüsierte mich erneut über das Treiben in der Stadt, hatte aber dieses mal keine Lust auf eigene Wasserschlachten. Von dem Café an der Straßenkreuzung hatte ich den perfekten Blick auf das Treiben auf der Straße – und war innen sogar einigermaßen wassergeschützt. Eins ist sicher: in der Stadt werden alle Songkran-Regeln gebrochen! Und es ist das absolute Gegenteil zum traditionellen Songkran. Ich mochte beides auf seine Art.

An meinem vorletzten Tag in Chiang Mai erfüllte ich mir einen großen Wunsch, den ich schon lange hegte: ich ließ endlich mein altes Tattoo covern. Lange spielte ich schon mit dem Gedanken, war jedoch stets auf der Suche nach einem Motiv mit Bedeutung, an dem ich mich nicht in den nächsten Jahren oder Jahrzehnten sattgesehen haben würde. Was lag da näher als einer unserer liebgewonnenen Elefanten, der mich nun ewig an mein Elefantenabenteuer erinnern wird? Die gütige Elefantendame Mae Gaeo II machte das Rennen und begleitet mich von nun an auf all meinen Wegen!

Am nächsten Tag stattete ich dem Alzheimer-Zentrum des Schweizers Martin Woodtli einen Besuch ab. Durch die Medien und etliche Berichte kannte ich seine Einrichtung und wollte einmal live erleben, wie er seine Idee umsetzte und den Bewohnern zugleich eine Freude machen. Bewaffnet mit kleinen Geschenken besuchte ich also den Schweizer Gründer und seine Gäste, wie er die Bewohner nennt.

Ich war begeistert, wie liebevoll die Thai-Pflegerinnen sich um ihre Gäste kümmern und auf all ihre Wünsche eingehen. Auf jeden Gast kommt ein persönlicher Betreuer, bzw. genau genommen sogar drei. Durch ein Schicht-System teilen sich diese drei Betreuer die Tages- und Nachtzeit auf und somit ist derjenige rund um die Uhr bestens betreut. Und unübersehbar mit sehr viel Hingabe und Liebe, entsprechend der Thaimentalität: tue Gutes und verehre die Alten. Schade, dass ein solches Pflegekonzept in Deutschland nicht durchführbar ist! 😦

Meine ereignisvolle Woche in Chiang Mai neigte sich dem Ende zu und am Montagfrüh fuhr ich mit Natalie zurück nach Mae Sapok. Ich wusste vorher bereits, dass Roger mich die ersten Tage im Büro einplante, worüber ich erstmalig sogar froh war. Denn mit einem frischen Tattoo ist es nicht empfehlenswert durch einen Fluss mit Elefantendung und Wasserbüffelkacke zu laufen! Trotzdem übernahm ich zum Ende der Woche noch eine eigene Tour und dürfte noch einmal ein paar Tage mit den Elefanten verbringen. Und in meiner darauffolgenden – der letzten – Woche kam ich sogar noch einige Male dazu zu reiten – was war ich happy darüber!

Oh mann, ihr Lieben! Ich bin immer noch nicht am Ende mit meinem Blog… muss nun aber erst einmal schlafen gehen, da mein Wecker morgen früh klingelt (denn ja, ich gehe wieder vor der Arbeit laufen – alles wie früher!) Ich versuche es diesmal zeitnah, den Blog zu ergänzen, denn wie sagte man am Freitag zu mir: „Für mich bist du noch gar nicht da – dein Blog ist noch nicht vervollständigt!“ Sei gewiss, Jörg, ich bin wieder da… aber meinen Blog darfst du gerne noch ein wenig verfolgen! 😉

 

Songkran in der Stadt

Wie bereits vermutet, fand ich in meinen letzten Tagen in Mae Sapok tatsächlich keine Zeit zur Aktualisierung meines Blogs. Und so kommt es nun, dass ich diesen Beitrag aus meinem heimischen Wintergarten schreibe – und die Sonne genieße, die herein strahlt.

Nach dem Treck hatte ich eine Woche frei, denn in dieser Woche wurde das Songkran-Fest gefeiert. Songkran ist das buddhistische Neujahrsfest, was vielen besser als Wasserfestival bekannt ist. Zelebriert wird das Ganze an drei Tagen, wobei es tatsächlich bereits einen Tag früher als gedacht los ging.

Für den Dienstag hatte ich mich mit Natalie zusammen an der buddhistischen Universität für einen Meditations-Workshop angemeldet. Begrüßt wurden wir von einem Mönch mit dem Spitznamen KK, der uns zunächst in die Grundlagen des Buddhismus einweihte. Er erklärte uns, dass der Buddhismus keine Religion, sondern eine Philosophie sei und er erläuterte uns die wichtigsten Lehren. Ich fand es unheimlich spannend, zumal wir ihm auch viele Fragen stellen konnten. Neben der Anleitung zu den verschiedensten Meditationstechniken gab er uns viele sinnvolle  Lebensweisheiten mit auf den Weg. Einerseits verfügte er über großen Humor, andererseits strahlte er eine unfassbare Ruhe und Gelassenheit aus – es war eine faszinierende Begegnung. Das Meditieren selbst hat großen Spaß gemacht, zumal ich tatsächlich feststellte, dass ich im Laufe des Tages tatsächlich besser wurde, also mich weniger von äußerlichen Einflüssen ablenken ließ. Mit regelmäßigem Training ist es sicherlich eine tolle Art, vom Alltag zu entspannen, man muss sich eben nur die Zeit dafür nehmen.

Die Tempelanlage, auf der sich die Universität befand, war wunderschön. Überall konnten wir Mönche beobachten, die beschäftigt waren das bevorstehende Songkran-Fest vorzubereiten. Unser Workshop endete am frühen Abend, als die Abendsonne die Tempelanlage in ein wunderschönes Licht tauchte. Ganz selig über die vielen tollen Eindrücke des Tages und diese schönen Bilder am Abend, fuhren wir zurück in die Altstadt.

Was uns hier erwartete, konnte ich zunächst kaum fassen. Während es für Natalie keine große Überraschung war – sie hat bereits einige Songkran-Feste in der Stadt erlebt – kam ich aus dem Staunen kaum noch raus. Wie ich am nächsten Tag feststellte, war es jedoch nur ein klitzekleiner Vorgeschmack auf das, was mich noch erwartete.

Zig Menschen belagerten die Straßen, bewaffnet mit Wasserpistolen in jeglichen Ausführungen. Teilweise mit Riesengewehren, Wassertanks auf dem Rücken – oder direkt mit Eimern. Etliche Verkaufsstände säumten die Straßen und versorgten die Leute mit dem nötigen Equipment. In aller Voraussicht kaufte ich mir an diesem Abend noch ein wasserfestes Täschchen, um zumindest mein Handy und das Geld zu schützen. Langsam glaubte ich Natalie, dass man auf keinen Fall mit einer normalen Handtasche unterwegs sein sollte. Fasziniert von dem Spektakel freute ich mich auf den nächsten Tag, wollte mich aber nicht bereits am Abend ins Getümmel stürzen. Lieber wollte ich noch die ruhigen und lehrreichen Sätze unseres Mönchs auf mich wirken und den Tag in buddhistischer Ruhe ausklingen lassen.

Auch am nächsten Morgen wollte ich es zunächst ruhig angehen und im gemütlichen Terrakottagarten frühstücken gehen. Ich schlenderte also aus meinem Guesthouse – und bekam prompt nach knapp 20 Metern den ersten Wassereimer über mich geladen. Sofort war ich triefend nass. Allen anderen ging es aber auch nicht besser, wie ich auf meinem weiteren Weg feststellte, und auch die Bedienung im Café hatte es auf ihrem Weg zur Arbeit schon erwischt. Lustig – und bei den heißen Temperaturen, die bereits am Morgen herrschten, war es eine willkommene Abkühlung.

Nach dem Frühstück holten mich Natalie und ihr Freund Bee ab, wir wollten zunächst zu Freunden von Bee, die eine Privatparty zuhause veranstalteten. Wie sich herausstellte, war es ein tolles Haus mit Swimmingpool und die Jungs hatten eine Karaoke-Anlage besorgt. Scheinbar lieben alle Thais Karaoke singen – egal ob sie gut singen können oder nicht.

Es war sehr lustig und natürlich gab es auch viel zu essen und zu trinken. Klassisch an Songkran, bekamen wir das Gesicht mit Kreide / Puder eingeschmiert und eine Blumenkette umgehangen. Nach knapp zwei Stunden verabschiedeten wir uns aber wieder, schließlich wollten wir uns mitten ins Getümmel in der Stadt stürzen. Die Altstadt von Chiang Mai ist von Wassergräben umringt und hier war auch das Zentrum der Feierlichkeiten. Vorher besorgten wir uns jedoch noch Wasserpistolen und ich wollte auch ein standesgemäßes Outfit, denn an Songkran trägt man Hawaiihemden. Bestens ausgestattet und bewaffnet zogen wir also los in den Wasserkampf!

Mir hat es riesigen Spaß gemacht. Besonders die kleinen Schlachten mit den vielen Kindern waren sehr lustig. Hunderte Menschen waren unterwegs, Thais und Touristen und alle waren ausgelassen und bewarfen sich mit Wasser – wirklich lustig und erfrischend (die Temperaturen liegen mittlerweile täglich bei über 40 Grad). Da soll mal einer sagen, wir Kölner seien bekloppt an Karneval – die Thais können da wirklich gut mithalten. Besonders einige mit abenteuerlichen Verkleidungen (Superman war mein Favorit! :-).

Nachmittags schauten wir uns die Parade am Thapae-Gate an. Dies ist ein Umzug mit traditionellen thailändischen Tanzdarbietungen – und mit der bedeutendsten Buddha-Figur der Stadt. Diese verlässt nur einmal im Jahr ihren Tempel – an Songkran – um der Öffentlichkeit präsentiert zu werden. Hierfür stattet man sich vorher mit geweihtem Blütenwasser aus, mit der man die Statue dann bewirft – das bringt Glück und Segen und ist eine Riesen-Attraktion für die Thais. Dank Bee erhielt ich all dies Hintergrundwissen und konnte dem Ritual der Thais beiwohnen.

Spätnachmittags sind wir dann noch bei meinem Bekannten Lim in seiner Bar vorbei. Auch hier wurde ausgelassen gefeiert und ich traf andere Bekannte wieder. Auf der Straße vor der Bar fuhren etliche Pick-ups mit Wasserkanistern beladen vorbei – und lieferten sich Wasserkämpfe mit den Menschen auf der Straße.

Am nächsten Tag sollte ich das genau gegenteilige Songkran erleben – das eigentlich Traditionelle. Hierzu holten mich Natalie und Bee ab, um mit mir in Bees Heimatdorf zu fahren, ca.zwei Autostunden entfernt von Chiang Mai, Richtung Pai.

Von diesem Songkran-Erlebnis im Karendorf Mae Sae berichte ich euch in Kürze. Für heute muss ich vorerst zum Ende kommen, da ich jeden Moment abgeholt werde – Wiedersehen feiern mit den Mädels. Und natürlich erzähle ich euch auch noch von dem 10 Tage alten Kalb, meiner Abschiedsfeier in Mae Sapok, meinen letzten Elefantentagen… und von der Wiedersehensfreude in Köln.

Der große Treck ins Heimatdorf

Vorletzte Woche war es soweit – wir haben unsere Elefanten in ihr Heimatdorf gebracht, in dem sie und ihre Mahouts nun den wohlverdienten Heimaturlaub genießen. Es handelt sich hierbei um Elefanten, die nicht Elephant Special Tours gehören, sondern im Besitz von Familien sind. Grundsätzlich ist dies hier meistens der Fall, nur wenige Campbetreiber besitzen eigene Elefanten. Man mietet Elefanten (jährlich) für das Camp und führt am Ende des Geschäftsjahres neue Verhandlungen darüber, ob der Elefant ins selbe Camp zurück kommt. Viele Elefanten werden nach der Saison in ihre Heimatdörfer, zu ihren Familien gebracht – die Mahouts machen dies bereits seit etlichen Jahren. Vor 10 Jahren dachte Bodo Förster sich erstmals, dass man dies auch mit Gästen machen könne – da es ein echtes Highlight ist. Gesagt getan, also fand im April 2006 der erste Treck statt, begleitet von einem Filmteam des MDR. Nun, 10 Jahre später, haben wir also den Jubiläumstreck begangen – den Mädelstreck, wie Natalie und ich ihn nennen, weil wir die Leitung hatten.

Am Freitag, den 1. April reisten unsere 6 Gäste für den Treck an. Natürlich ging es nachmittags direkt zu den Elefanten, bevor es am frühen Abend ein ausführliches Briefing über die nächsten Tage gab. Hier händigten wir auch ein Survival-Beutel für jeden aus, bestückt mit einem Teller, einer Tasse, einem Löffel und einer Rolle Toilettenpapier. Und ein Seil, um den Beutel am Elefanten festzubinden. Bis auf einen kleinen Tagesrucksack wurde das restliche Gepäck im Auto transportiert, welches uns jeden Tag bei der Ankunft im Nacht-Camp erwartete. Das Auto transportierte auch die Zelte, Planen, und die wichtige Verpflegung – z.B. 200 Liter Reisschnaps  – denn die Elefanten sollen bei der Hitze nicht mehr als unbedingt nötig auf ihrem Rücken tragen müssen.

Am Samstag ging es früh morgens los – noch ohne Gepäck – um die Elefanten nach Patup zu bringen – ca. 8 km bergaufwärts, dem Startpunkt des Trecks. Die Elefanten und Mahouts verbrachten hier auch die erste Nacht, während wir noch einmal zurück fuhren für einen letzten entspannten Nachmittag, eine Dusche, ein leckeres Abendessen… noch einmal all den Komfort genießen, auf den es in der kommenden Woche zu verzichten gilt.

Am Sonntagmorgen klingelte der Wecker dann um 4.30 Uhr. Das Abenteuer begann. Mit dem Auto ging es zum Ausgangspunkt der ersten Etappe, dort wo wir die Elefanten gestern am Fluss zurückgelassen hatten. Natürlich war auch Muag – unser Zeremonienmeister – vor Ort, denn die Geisterzeremonie bildete den Auftakt unseres Trecks.

Er beschwor die Geister, opferte dabei ein Huhn und Reisschnaps – und natürlich mussten wir danach alle Schnaps trinken und etwas von der Hühnersuppe essen. Nun waren die guten Geister mit uns und es konnte losgehen!

Auch an diesem Tag ging es überwiegend bergauf – zunächst durch einen dichten grünen Wald. Dieser Anblick ist leider nicht mehr ganz selbstverständlich, denn die Wälder um Mae Sapok, in denen wir sonst täglich unterwegs sind, leiden mittlerweile unter der heissen Trockenzeit. Die Bäume sind sehr dürre und haben ihre Blätter verloren. Dahingegen bot dieser sattgrüne Wald einen wunderschönen und lebendigen Anblick. Sehr lebendig war auch unser kleiner Racker Jack, der diese Etappe zunächst alleine laufen sollte – ohne an seiner Mutter festgebunden zu sein. Er war mal wieder außer Rand und Band und rannte mit lautem Tohuwabohu querfeldein durch den dichten Dschungel. Seine Mutter, unsere Leitkuh, nahm das mit ihrer stoischen Ruhe und Gelassenheit hin, während seine Tante Mae Dou sichtbar nervös wurde. Mae Dou ist eine 30-jährige Kuh, die noch kein eigenes Kalb hat. Sie reagiert ganz extrem auf alle Kälber, betütelt und beschützt sie und ist permanent beschäftigt, nach dem Kalb zu schauen. Für Natalie und mich ist sie nur noch der „Helikopter-Elefant“, abgewandelt von dem neudeutschen Begriff, der überbesorgten Eltern nachgesagt wird.

Mae Dou kommt aus demselben Heimatdorf wie die Familie unserer Leitkuh Mae Gaeo I: ihr kleiner Jack und ihre bereits großen Kälber Salia und Phu Chapo. Ban Naklang ist ein Karendorf, ca. 120 km entfernt von Mae Sapok, ebenfalls am Fuße des Doi Inthanon (höchster Berg Thailands), aber genau auf der anderen Seite. Diese Strecke galt es nun also in 7 Tagen zurückzulegen. Die Strecke auf der Landkarte ist leider nicht ganz exakt, aber anhand unserer Zwischenstationen habe ich versucht, sie einmal nachzuvollziehen.

Wir waren gerade einmal eine gute Stunde unterwegs, da passierte das Unfassbare. Es galt einen kleinen Flusslauf zu durchqueren – eigentlich keine besondere Herausforderung. Hätte Jack nur nicht für sich entschieden, lieber die Brücke zu nehmen! Dass er sein Körpergewicht von ca. 800 kg oft unterschätzt, wenn er mit uns Menschen „spielt“, war mir bereits bekannt. Aber nun spazierte er tatsächlich ahnungslos über die improvisierte Brücke – in die er prompt einkrachte!

Zunächst verharrte er regungslos und erschrocken in seiner scheinbar ausweglosen Situation – eingekeilt in die Bretter der ramponierten Brücke. Doch noch bevor ihm sein Mahout Gotou zur Hilfe eilen konnte, befreite er sich eigenhändig. Und das Ganze ohne Gebrüll oder großen Aufhebens – da war der Kleine wirklich sehr tapfer. Natürlich haben unsere Jungs die Brücke noch repariert, denn sie ist ein wichtige Zufahrt für die Motorbikes eines angrenzendes Karendorfes.

Zu diesem Dorf gelangten wir nach einiger Zeit und bekamen einen ersten Eindruck davon, wie es ist, während des Trecks ein Dorf zu durchqueren. Ich fand es toll! Alle Dorfbewohner kamen zur Straße und winkten, die Kinder schienen ganz aufgeregt und waren teils eingeschüchtert, teils hocherfreut.Man bot uns eine Wasserstelle an, an der die Elefanten trinken konnten. Denn das Wasser für die Elefanten war das Wichtigste auf unserer Strecke. Für uns Menschen hatten wir Trinkwasser dabei (ein Sixpack pro Elefantenkorb). Aber unsere Strecke war stets danach ausgelegt, dass wir regelmäßig an Wasserstellen  für unsere Elefanten gelangten. Die Mittagsstationen und Übernachtungscamps waren natürlich ebenfalls danach ausgewählt.

Natürlich nutzten die Elefanten nicht nur die Gelegenheit zum Trinken, sondern auch, sich und andere nass zu spritzen. Eine willkommene Erfrischung, denn die letzte Etappe vor dem Dorf war sehr staubig und trocken.

Ich fand herrlich zu sehen, wie wir unsere Spuren im Sand hinterliessen, kleinere und größere Fußspuren. Und nun wusste ich auch, warum man mir dringend empfohlen hatte, ein Tuch mitzunehmen – um es sich teilweise vor das Gesicht zu halten. Dieses Tuch sollte sich auch später noch als goldwert erweisen. Da einige unserer Gäste nicht mehr reiten wollten, ergab sich für mich die Gelegenheit. Ich ritt Mae Gaeo II, eine unserer älteren Damen. Und als man mir dann noch ein kühles Bier hochreichte, war mein Glück perfekt. Da ahnte ich noch nichts von Muskelkater, diversen Blessuren usw.

Nach einigen Stunden kam hinter einer Kurve am Fluss überraschend unser Auto zum Vorschein. Nun ja, ganz überraschend war es nicht, denn natürlich war jede Etappe im Vorfeld genau durchgeplant. Jedenfalls war es ein erfreulicher Anblick, denn das hieß: Mittagessen und ein kühles Getränk (das Bier davor war die Ausnahme, von unserem Campchef im Dorf gekauft).

Unsere Küchenfee Morn und unser Fahrer Pon erwarteten uns mit gebratenem Reis, den sie im Vorfeld gekocht hatten. Wir entspannten kurz am Fluss, bevor wir wieder aufbrachen zur Nachmittagsetappe. In den nächsten Tagen gab es teilweise auch Mittagsstationen mitten im Wald, wo kein Auto hinkam. Dann wurde der Wok und Mama-Soup (klassische Thai-Fertig-Nudelsuppe) morgens bereits auf den Elefanten geladen und die Eier (die immer noch überall zusätzlich rein kommen, damit die Farangs gut gestärkt sind) separat transportiert. Schließlich gab es immer zwei Kollegen, die auf Rollern unterwegs waren. Sie kundschafteten vorab den Weg für uns aus, konnten unterwegs etwas besorgen und waren für den Notfall da – der glücklicherweise nicht eintrat.

Wenn man den Anblick der Mittags-Station von Tag zu Tag mehr zu schätzen wusste, so wurde er nur noch übertroffen von dem Anblick der blauen Plane – dem Nachtlager und somit Ziel der Tagesetappe.

Unsere Nachtcamps waren ganz unterschiedlicher Art: mal ein trocken gelegtes Reisfeld, mal auf dem Gelände der Forstbehörde und mal an einem Wehr. Wichtig war nur die Wasserstelle für die Elefanten – und für uns natürlich auch. Denn auch wir freuten uns über ein Bad im Fluss oder eine improvisierte Dusche.

Es war herrlich, dass die Elefanten immer in unserer Nähe waren – Tag und Nacht! Es war genau das, worauf ich mich so sehr gefreut hatte im Vorfeld. Das ließ alle Wehwehchen vergessen. Denn natürlich setzten ab dem 2. Tag diverse Schmerzen ein. Wadenkrämpfe, Muskelkater, von Dornen zerschrammte Beine, Mücken- und sonstige Insektenstiche. Aber all das ist kaum erwähnenswert neben den tollen Erlebnissne mit den sanften Riesen.

Wir wanderten Tag für Tag, Kilometer für Kilometer, bergauf und bergab – inmitten der Dickhäuter. Einer unserer Gäste, Evi, die  viel lieber lief anstatt zu reiten, bezeichnete es scherzhaft als ihren Jakobsweg. Aber irgendwie traf es das ganz gut. Man lief und lief und lief… Mal unterhielt man sich. Und mal schwieg man und genoß die atemberaubende Natur um sich herum!

Ich habe hunderte Bilder – fotografierte und in meinem Kopf abgespeicherte – und ich kann nur einen Bruchtal davon mit euch teilen. Dieser Blogeintrag ist tatsählich der bisher schwierigste für mich. Nicht nur, dass ich bereits tagelang an der Bildauswahl sitze. Es fällt mir tatsächlich schwer, das Erlebte in Worte zu fassen. Denn eigentlich ist es mit Worten nicht greifbar. Es war eine Aneinanderreihung vieler schöner Momente – eine unvergessliche Erfahrung und sicherlich der Höhepunkt meiner Auszeit.

Zwischendurch pflückten die Mahouts immer wieder etwas von den Bäumen und Sträuchern und reichten es mir. Die Namen der einzelnen Dinge kann ich euch nicht nennen. Immer, wenn ich auf etwas zeigte und fragte, was das sei, bekam ich entweder zur Antwort: kann man essen oder kann man nicht essen – die wichtigste Klassifizierung unserer Naturburschen. Tamarind ist übrigens sehr lecker, das kann man super zwischendurch knabbern.

Grundsätzlich muss ich aber sagen, dass ich Glück hatte, was Begegnungen mit nicht geliebten Tieren betrifft. Natürlich sah man das ein oder andere Exemplar mit 8 Beinen. Aber ich erlebte glücklicherweise nicht, wie die Mahouts Taranteln grillten oder ähnliches. Und sogar das „Tal des Todes“ – die Schlucht mit den Millionen Spinnen – blieb mir erspart. Während wir am Vortag noch darüber redeten und ich mich innerlich schon wappnete, erfuhren wir am Abend, nachdem Dak die Strecke ausgekundschaftet hatte, dass in der engen Schlucht Bäume umgefallen waren und somit den Weg unpassierbar machten.Wir mussten einen anderen Weg nehmen. Trotz der schmerzenden Beine nahm ich diesen Umweg liebend gerne in Kauf. Ich bekam aber zwischendurch eine kleine Vorstellung, was es mit dem Tal auf sich gehabt hätte. Entlang unserer Strecke war ein riesiger Baum, der von weitem tatsächlich aussah, als würde er sich bewegen. Je näher man kam, desto deutlicher sah man, dass es Tausende bzw. Millionen von Spinnen / Weberknechten waren, die für diesen Effekt sorgten. Und genau so ist es in der besagten Schlucht, die recht schmal ist, scheinbar auf beiden Seiten und dies eine ganze Weile. Ich bin wirklich nicht böse, dass mir das vorenthalten wurde!

Überwiegend ritten wir durch wunderschöne Landschaft, entlang – oder mitten durch – Flüsse. Gigantische Bambusbäume flankierten unsere Wege ebenso wie wunderschöne Lianen und sonstige Dschungelgewächse.

Teilweise war der Dschungel so dicht, dass unser Mahout Shailan, der mit seinem Bullen Phu Chapo unsere Karawane anführte, uns den Weg freischlagen musste. Eine der anstrengendsten und unangenehmsten Etappen war das Tal der Dornen. Unscheinbar aussehende Sträucher – die Mimosen-Optik verbarg zunächst die Widerhaken – die einen nie wieder loszulassen schienen, wenn man einmal mit ihnen in Berührung kam – und das kann man unweigerlich. Auch hier half wieder nur vermummen.

Während der Dschungel mit seinem dichten Grün vor Leben strotzte, erwarteten uns aber auch ausgedörrte und sengend heiße Reisfelder. Sobald die Schatten spendenden Bäume fehlten, waren wir den Temperaturen von über 40 Grad ausgeliefert. Hier half nur, das Tuch an jeder Wasserstelle komplett zu tränken und sich nass um den Kopf zu binden – eine angenehme Erfrischung, die jedoch immer nur von kurzer Dauer war, denn im Nu trocknete die Sonne das Tuch.

Zu den besonders heißen und anstrengenden Etappen gehörten auch die Straßen, um die wir leider nicht umhin kamen. Andererseits konnte ich hier wieder interessante Ansätze für die Cologne Promotion Logistik feststellen. Markus, vielleicht sollten wir einen Roller in den Fuhrpark aufnehmen, falls die Transporter oder der LKW einmal nicht ausreichend sind für den Transport sperriger Module? Es wäre eine Überlegung wert…

Eines Tages war es auch eine solche lange Straßen-Etappe, die unseren Gästen den Rest gab. Nach stundenlangem Reiten und Laufen durch den Wald und Felder, erwarteten uns noch weitere Stunden sengende Hitze auf der Staße. Aufgrund der Erschöpfung unserer Gäste bot Natalie an, dass das Auto uns abholen könne und zum Nachtcamp bringe – und die Mahouts den Rest der Strecke alleine zurück legen. Ein Angebot, was dankend angenommen wurde. Da es wirklich ein verdammt heißer Tag war und die Sonne erbarmungslos brannte, machten wir uns auch Sorgen um die Elefanten, da auf diesem Stück kein Fluss in der Nähe war.

Kaum im Nachtlager angekommen, organisierte Natalie in einem nahegelegenen Hof (eine Art Schreinerei oder ähnliches) einen Pick-up mit Wassertonnen. Der Besitzer war sehr hilfsbereit, als er hörte, dass es um die Elefanten ging, und organisierte weitere Wassertonnen im nahegelenen Dorf. Bewaffnet mit den Tonnen fuhr er mit dem Pick-Up zum Wehr, wo auch unser Lager war. Dort befüllten wir mit vereinten Kräften – die plötzlich wieder da waren – Tonne um Tonne. Die Aussicht darauf, die Elefanten und Mahouts damit zu überraschen, war toll und aufregend.

Mit voll beladenen Wassertanks fuhren wir die Staße entlang und der Karawane entgegen. Wir waren dabei, das Drehbuch „Wasser für die Elefanten“ neu zu schreiben – unsere Geschichte, vom Leben geschrieben. Auf dem Pick-Up liefen mir tatsächlich die ein oder andere Träne herab, denn dies war einer dieser Momente, die man nur schwer in Worte fassen kann. Man läuft über vor Glück und positiver Anspannung – und freut sich so, den Elefanten etwas Gutes tun zu können. Nach etlichen Kilometern kam die Karawane dann in Sicht. Wir hielten am gegenüberliegenden Straßenrand und die Elefanten kamen direkt auf uns zugelaufen. Dann stellten wir jedoch fest, dass dies keine gute Idee war. Zum einen, weil wir den Verkehr auf der Straße blockierten und es zu gefährlich war. Zum anderen, weil die Elefanten sich an den Pick-up drängten, und dieser womöglich von den Ketten – welche die Elefanten beim Treck zwangsläufig immer mit sich herumtragen müssen – beschädigt würde. Also wendeten wir den Wagen und fuhren ein ganzes Stück weiter zu einer passenden Stelle. Dort luden wir unter Aufbietung letzter Kraftreserven die Wassertanks vom Pickup und erwarteten die Elefanten erneut mit aufgeregter Vorfreude. Unsere Stimmung war ausgelassen und so kletterten wir kurzerhand in  die Wassertonnen, um uns selbst ein wenig zu erfrischen.

Es war herrlich den Elefanten dabei zuzusehen, wie sie tranken und sich nass spritzten. Wir alle genossen diesen Anblick sehr. Den Mahouts hatten wir natürlich auch etwas zu trinken und Knabbereien mitgebracht, damit alle gleichermaßen gestärkt waren für die letzten Kilometer.

Normalerweise gab es auf unseren Wegen immer wieder Wasserstellen für unsere Elefanten. Eine davon stellte unseren kleinen Jack jedoch wieder vor eine besondere Herausforderung: er war einfach noch zu klein. Während die Großen entspannt trinken konnten, mühte er sich vergeblich ab, mit seinem Rüssel das Wasser zu erreichen. Shailan half dann ein wenig nach. In Ausnahmefällen gab es auch Trinkwasser für die Elefanten, doch hier mussten wir sehr auf die Rationen achten, denn wir waren (inklusive der Mahouts) auch viele Menschen, die bei der Hitze ausreichend trinken mussten. Trotzdem teilten wir natürlich gerne mit unseren durstigen Dickhäutern.

Eine der schönsten Etappen war die, als es immer wieder durch den belebten Fluss ging. Da es durch die teilweise starke Strömung und die glitschigen Steine dort sehr anstrengend zu laufen war, mussten alle Gäste auf die Elefanten, auch die, die eigentlich gerne zu Fuß unterwegs waren. Somit waren es nur noch die Mahouts, sowie Natalie und ich, die sich mit dem Fluss abkämpfen dürften. Einerseits war es herrlich erfrischend bei den heißen Temperaturen. Andererseits war es aber wirklich sehr anstrengend und man war nicht nur einmal kurz davor zu stürzen. Zwischendurch musste man sich am Bauchgurt eines Elefanten festhalten, um nicht abzurutschen. Aber es war toll! Es war gleichzeitig die Etappe, wo einen links und rechts des Flussufers die Dornenbüsche erwarteten – einerseits also die schönste, andererseits aber auch die anstrengendste Etappe. Abends wusste man dann wirklich, was man getan hatte. Und die Füsse wirkten wie abgestorben, nachdem sie den ganzen Tag in pitschnassen Turnschuhen steckten. Aber ich glaube, sie haben überlebt. Ich denke, ich werde sie in Chiang Mai mit einer Pediküre und Fußmassage für die Strapazen entschädigen, damit sie mir wieder wohlgesonnen sind.

Neben dem Wasser spielte auch das Futter für die Elefanten eine sehr große Rolle. Elefanten fressen ca. 200 kg pro Tag – also eigentlich permanent. Auf den meisten Strecken waren am Wegesrand ausreichend Futterquellen vorhanden. Und immer wieder versorgten die Mahouts ihre Dickhäuter mit Leckereien aus der Umgebung. Die saftige Bananenpflanze ist beispielsweise ein toller Energielieferant und spendet zusätzlich auch viel Feuchtigkeit. Für uns fiel dabei auch die ein oder andere Banane ab – lecker! Aber natürlich kam auch allabendlich ein Futterwagen mit Elefantengras ins Nachtcamp.

Auch wenn ich vorher bereits wusste, wie gut unsere Mahouts zu ihren Elefanten sind, so bin ich spätestens seit unserem Treck zu 200 Prozent davon überzeugt. Stets ging es zu allererst um das Wohl ihrer Schützlinge. Während wir Farangs uns nach geschaffter Tagesetappe bereits erschöpft und mit einem kühlen Bier auf der Matte oder im Klappstuhl befanden, versorgten die Mahouts erst die Elefanten mit Wasser und Futter, bevor sie sich selbst ein Getränk gönnten. Und auch nachts schauten sie immer wieder nach ihren Elefanten – Mahout sein ist wirklich ein Fulltime-Job.

Je näher wir dem Heimatdorf Ban Naklang kamen, desto häufiger bekamen wir abends im Camp Besuch. Mal waren es die Elefantenbesitzer, mal Freunde der Mahouts oder Tourguides, die in der Nähe wohnten. Die Abende mit all diesen Leuten und auch unseren Gästen waren sehr lustig. Mal war es eine lustige Chipstüte, die für gute Laune sorgte, oder oft auch nur der Gitarrengesang unserer Mahouts. Und natürlich der Reisschnaps. Wir haben tatsächlich 100 Liter Reisschnaps in 7 Tagen getrunken – unfassbar. Immer wieder wurde abends vom großen Kanister in den kleinen Kanister abgefüllt. Eine große Menge haben wir aber auch unterwegs verteilt und verschenkt – anders ist diese gigantische Literzahl wirklich nicht zu erklären.

Die Nächte verbrachten unsere Gäste in Zelten und die Mahouts unter freiem Himmel. Natalie und ich haben es mal so und mal so gehandhabt. Im Camp der Tausend Winde haben wir unruhig unter der Plane geschlafen, da diese beinahe wegflog. Im Camp „Krätze“ haben wir sicherheitshalber im Zelt übernachtet, weil in den Vorjahren dort Mahouts einen heftigen Ausschlag bekommen hatten (scheinbar wegen der Haare von Raupen?!) Aber am schönsten waren eigentlich die Nächte unterm Sternenhimmel. Hunderte hell leuchtender Sterne und dazu noch etliche Glühwürmchen – einfach traumhaft. Die Nächte war meistens gegen 5 bis 6 Uhr zuende, da wir aufgrund der Hitze früh starten wollten. Herrlich, die aufgehende Sonne während des Frühstücks zu erleben, wenn alles in ein warmes Licht getaucht wurde. Und immer wieder aufs Neue toll, die Elefanten morgens schon zu beobachten, beim Baden oder beim Einstauben – da vergisst man fast, sein Frühstücksgeschirr im Fluss abzuspülen.

Mittlerweile hatte sich eine tägliche Routine eingestellt. Nur die Landschaft wechselte immer wieder. Und Tag für Tag kamen wir unserem Ziel ein wenig näher. Die Stimmung war sehr gut, auch besonders bei den Mahouts. Sie alle sahen ihre Familien im Heimatdorf wieder, worauf sie sich riesig freuten. Da unsere Gäste oft laufen wollten, machten sie es sich zwischendurch auf den Elefanten bequem – schließlich waren wir in gemütlichem Tempo unterwegs. Und auch ich kam regelmäßig zum Reiten und konnte meine Balance optimieren – und endlich reiten wie die Mahouts!

An unserem letzten Tag machten wir uns erneut in aller Hergottssfrühe auf den Weg – wir wollten unser Endziel bis zum Mittag erreicht haben! Die letzte Etappe führte uns überwiegend über ausgetrocknete Mais- und Reisfelder, bis wir nach einem letzten Stück durch den Fluss das Karendorf Ban Naklang erreicht hatten.

Unsere große Reise endete am Dorfplatz vor dem Tempel, wo wir bereits von einigen Dorfbewohnern erwartet wurden. Insbesondere die Kinder des Dorfes konnten es kaum erwarten, selbst auf die Elefanten zu klettern. Noch ein letztes Gruppenfoto aller Treckteilnehmer – und dann dürften die Nachwuchs-Mahouts die Elefanten zu ihren Häusern reiten.

Geschafft – wir hatten unser Ziel erreicht! Einerseits war ich glücklich darüber, denn genau darauf hatten wir sieben Tage hingearbeitet. Andererseits war ich traurig, denn nun war unser Abenteuer fast zuende. Doch einen letzten Abend hatten wir ja noch vor uns! Nach einem ausgiebigen Bad im Fluss brachen wir auf, um das Dorf zu erkunden. Die Familien unserer Elefanten und Mahouts wollten uns kennenlernen – und somit wurden wir in etlichen Häusern zum Reisschnaps eingeladen.

Und natürlich wurde auch in diesem Dorf fleissig gewebt. Eigentlich nur für den Eigenbedarf, da sich selten Farangs ins Dorf verirren, aber Natalie und ich haben natürlich eine Tracht gekauft (wir finden auch überall etwas zum Shoppen). Meine neue Tracht ist aber wirklich wunderschön, sie wurde von Gotous und Bes Mutter (die Dame in rot) gemacht, den beiden Mahouts von unserer Leitkuh Mae Gaeo I und ihrem kleinen Jack.

Abends versammelten sich etliche Dorfbewohner von Ban Naklang auf dem Dorfplatz, um mit uns zu feiern. Die Gitarrenmusik und die ausgelassene Stimmung waren ein perfekter Abschluss für diese Reise.

Während unsere Gäste die Nacht erneut in ihren Zelten verbrachten, hatten Natalie und ich die große Ehre, im Dorftempel übernachten zu dürfen. Natürlich achteten wir tunlichst darauf, Buddha beim Schlafen nicht unsere Fußsohlen zuzuwenden.

Am nächsten Morgen, nach dem Frühstück, kamen die Besitzer und Mahouts mit ihren Elefanten aus dem Dorf, damit wir uns verabschieden konnten. Ein letztes Mal dürften wir den Elefanten beim Baden zuschauen – und als hätten sie es gwusst: sie haben alles gegeben. So viel Action hatten wir selten an der Badestelle. Ein Rumgetobe und Getröte – wir Farangs waren alle gefesselt. Und ich wurde sehr sentimental. Denn für mich hieß es nun Abschied nehmen von einigen unserer Elefanten, die ich so schnell nicht wiedersehen werde. Mae Gaeo I, Salia, Phu Chapo und der kleine Jack – sie alle kommen erst aus ihrem Heimaturlaub wieder, wenn ich bereits nach Deutschland abgereist bin. Und Mae Dou kommt gar nicht mehr nach Mae Sapok zurück. Ich wurde unheimlich traurig und die Tränen ließen sich unter meiner Sonnenbrille nur schwer verbergen. Und auch während ich das nun schreibe, überkommt es mich wieder. Oh Mann – Sentimentalität kann ein ganz schöner Fluch sein! Zumal ich den „großen Abschied“ ja noch vor mir habe… das kann ja was werden! Jedenfalls bekam ich ein letztes Küsschen von Jack – und zahlreiche Glücksmomente dieses Trecks, die ich in meinem Gepäck mit nach Deutschland bringen werden. Ich hoffe, der endgültige Abschied in zwei Wochen fällt mir ein wenig leichter, weil ich mich auch sehr auf zuhause freue. Vielleicht wiegt die Wiedersehensfreude mit meinen Lieben dann den Abschiedsschmerz auf? Das wäre schön!

Nun befinde ich mich tatsächlich fast am Ende meiner Zeit hier in Thailand. Ich dachte tatsächlich, der Treck sei für mich sozusagen der krönende Abschluss. Aber selbst in dieser Woche nach dem Treck habe ich erneut zahlreiche tolle Erlebnisse gehabt.

Ich habe ein 10-Tage altes Elefantenkalb kennengelernt (Oh mein Gott! Unfassbar süß!), einen Meditations-Tag inkl. Mönch-Interview verbracht und natürlich das Songkran-Festival zelebriert – auf zwei völlig verschiedene Arten! Morgen besuche ich das Alzheimer-Zentrum des Schweizers Martin Woodtli. Mir mangelt es also nicht an Schreibstoff und Fotos für den nächsten Beitrag – höchstens an Zeit! 😉

 

Familienbande

Wie so oft gehen die Momente, auf die wir uns im Vorfeld so sehr freuen, viel zu schnell vorüber. Meine Mutter und meine Tante sind inzwischen wieder abgereist, nachdem wir zwei fantastische Wochen gemeinsam erlebt haben. Sonntag vor zwei Wochen haben wir uns am Flughafen in Bangkok wiedergesehen und es war ein tolles Gefühl – die Familie teilweise wieder vereint. Nach einem kurzen Wiedersehens-Kaffee brachten wir das Gepäck ins Hotel und stürzten uns ins Getümmel Bangkoks. Hier hatten wir nur einen Tag und den wollten wir nutzen!  Nach erfolgreichem Shopping auf dem Chattuchak-Weekend Markt, genossen wir eine gemütliche Bootstour auf dem Chaopraya und den umliegenden Klongs (kleine Kanäle).

Danach statteten wir der Khaosan-Road – dem Backpacker-Treffpunkt Bangkoks und für mich mit vielen Erinnerungen verbunden – einen Besuch ab. Für einen entspannten Ausklang des Tages wählten wir eine Skybar weit über den Dächern der pulsierenden Stadt: die Octave-Bar des Marriott Hotels. Sie bietet einen fantastischen 360 Grad-Blick über ganz Bangkok, und ist nicht so überlaufen wie die (seit Hangover gehypte) Scirocco-Skybar.

Am nächsten Morgen ging es früh zum Flughafen, um nach Trat zu fliegen und von dort die Fähre nach Ko Chang zu erreichen. Das Meer rief und wir folgten seiner Einladung nur zu gerne!

Unsere Unterkunft am nördlichsten Punkt des traumhaften White Sand Beachs stellte sich als perfekte Wahl heraus: näher am Meer konnte man nicht wohnen. Wenn bei Ebbe noch endlos weißer Sandstrand zwischen den Bungalows und dem Meer lag, so waren es bei Flut nur noch knapp 5 Meter bis zur Terrasse der auf Stelzen gebauten Bungalows.

Während ich mich im Vorfeld noch über „typisch-Deutsch-nörgelnde“-Tripadvisor-Bewertungen „das Meer ist zu laut!“ amüsiert habe, musste ich wirklich schmunzeln, dass meine Mutter die ersten Nächte kein Auge zugemacht hat, weil das Meer tatsächlich sehr sehr laut war. In der Tat war es nicht möglich, sich von Terrasse zu Terrasse der benachbarten Bungalows zu unterhalten – die Brandung war stärker als unsere Stimmbänder. Aber wir fanden es toll und genossen die Nähe zum Meer!

Und dort verbrachten wir die nächsten Tagen überwiegend: im Meer! Die Temperatur glich zwar eher denen einer Badewanne als einem wilden Ozean – aber es war einfach herrlich zu schwimmen oder sich auf der Luftmatratze treiben zu lassen! Ein schattiges Plätzchen bot auch die Liege vor den Bungalows oder die herrliche Terrasse – es war einfach ein Traum. Bei einigen Strandspaziergängen fanden wir noch andere nette Unterkünfte, teilweise im witzigen Hippie-Style – aber unsere Bungalows und die Lage am einsamen Ende des sonst sehr belebten Strandes war ideal!

Um auch die umliegenden, kleineren Insel kennenzulernen, buchten wir eine Bootstour, die uns vorab wärmstens empfohlen wurde. Diese offenbarte nicht nur paradiesische Buchten, sondern auch atemberaubende Schnorchel-Spots. Wir waren begeistert von den Korallen und der Vielfalt der Fische und Pflanzen im Reich des Meeres.

Ansonsten genossen wir tagein tagaus das laissez-faire am Strand, den abendlichen Trubel strandabwärts inkl. Feuershows, das Alltagsleben der Thais an den Marktständen entlang der Straße und das frische Fisch-BBQ inkl. Cocktails am Strand.

Wir erkundeten auch den südlichsten Punkt der Insel: das Fischerdorf Bang Bao, auf Stelzen gebaut und bekannt für das beste Seafood auf der Insel!

Während wir eines Tages am Strand entspannten, bekamen wir Besuch aus dem benachbarten Dschungel. Nachdem wir die wilden Affen bei der Bootstour noch aus der Ferne auf den Felsen bestaunt hatten, war der Kontakt an diesem Nachmittag hautnah. Eine kurze Stippvisite auf unseren Terrassen brachte Mr. Monkey scheinbar nicht den gewünschten Erfolg, aber bei unseren Nachbarn wurde er dann fündig: Bananen!

Nach 5 Tagen Badeurlaub flogen wir von Trat über Bangkok nach Chiang Mai. Einerseits ging der Strandurlaub viel zu schnell vorbei, andererseits freute ich mich riesig darauf, meiner Mutter und Tante die Elefanten und mein Leben in Mae Sapok zu zeigen.

Anderthalb Tage in Chiang Mai reichten natürlich nicht, um den beiden all meine Lieblingsplätze dieser liebgewonnenen Stadt zu zeigen. Aber immerhin waren der ein oder andere Tempel (inklusive Rituale), der Terrakottagarten und der Sonntagsmarkt dabei! Und das Wiedersehen mit Lim, einem Barbesitzer, den meine Mutter und ich noch von unserem damals gemeinsamen Thailandurlaub kennen. Unsere Stammbar – damals wie heute (auch wenn sie zwischenzeitlich umgezogen ist) – mit den besten Mojitos und BBQ!

Am Montag war es dann endlich soweit: gemeinsam mit unseren anderen Gästen wurden wir in der Stadt abgeholt, um nach Mae Sapok zu fahren. Ich war so aufgeregt und gespannt, wie die beiden auf die Elefanten reagierten, wie ihnen das Aufsteigen gelingt, ob ihnen das Reiten Spaß macht….

Und natürlich waren die beiden absolut begeistert!!! Eigentlich habe ich auch nicht wirklich daran gezweifelt, aber es war wirklich toll zu sehen, WIE begeistert die beiden waren. Mama hat Mae Gaeo II direkt in ihr Herz geschlossen und Gitti war ganz angetan von ihrer Mae Boontong. Meine Elefantenliebe könnte also durchaus genetisch bedingt sein! 🙂

 

Das Auf- und Absteigen war – u.a. dank der Hilfe unserer beiden großartigen Mahouts Delah und Dam – gar kein Problem, trotz Mamas Knieverletzung. Und das, obwohl die beiden unsere größten (nach Phu Sii, der noch im Krankenhaus ist) Elefanten zugeteilt bekommen haben. Diese Zuteilung passte ideal, denn somit waren Menschen und Elefanten ungefähr in einer Altersklasse: unsere beiden Elefantendamen Mae Gaeo II und Mae Boontong sind nämlich um die 60 Jahre alt (das ganz genaue Alter kann man bei älteren Elefanten nicht nachvollziehen, da es damals noch keine offiziellen Papiere gab).

Das Elefantenbaden genossen beide ebenso wie ich es immer tue, auch wenn es ab und zu eine ordentliche Schlammpackung dabei gibt. Hier lautet dann die Devise: schmutzig aber glücklich!

Das Ausreiten machte beiden ebenfalls großen Spaß und verursachte nichtmals Muskelkater (was eigentlich bei den meisten unserer Gäste der Fall ist). Respekt! Meine Mutter war immer ganz enttäuscht, als das Camp in Sichtweite war, „Ach schade, ist es schon wieder vorbei?“ Und dass, obwohl sie vorher noch überlegt hatte, sicherheitshalber im Korb zu reiten, da ihr Knie Probleme machte beim Sightseeing in Chiang Mai. Kaum saß sie auf dem Elefanten, waren ihre Schmerzen wie weggeblasen und vom Korb war keine Rede mehr – die gesamten drei Tage! Elefanten sind eben die beste Medizin! 🙂

Nach dem 3-tägigen Programm fiel es den beiden sichtlich schwer, sich von ihren Elefanten zu verabschieden. Während auf mich am nächsten Tag neue Gäste warteten, haben die beiden sich auf eigene Faust die kommenden Tage in Mae Sapok vertrieben.

Nach meinem Feierabend war jedoch noch ausreichend Zeit um gemeinsam Dinge zu unternehmen, wie z.B. ein Abendessen am Fluss, ein Besuch beim Baby-Elefanten und ein Wiedersehen mit Mae Campai und meiner Mutter. Der Mahout Joen hat sich riesig gefreut und ganz stolz auf Mae Campais Bauch gezeigt, weil sie erneut tragend ist. Natürlich mussten wir versprechen wiederzukommen, wenn das Kalb geboren ist. Und auch in diesem Camp gibt es ein ganz junges Kalb, was ich bisher noch nicht kannte: ganz, ganz süß!!! Zum Glück hatten wir ausreichend Bananen im Gepäck bei unserem Besuch.

A propos Mitbringsel im Gepäck! Meine Mutter und Tante sind mit einem Koffer Geschenke in Thailand angereist und es war einfach nur herrlich, diese hier zu verteilen. Die Kleinen im Kindergarten waren total begeistert von den Seifenblasen und die Mahouts stürzten sich direkt auf die Haribo-Box und die -leider ziemlich geschmolzenen – Weinbrandbohnen. Das geschmolzene störte niemanden, denn die Kombination Schokolade und Alkohl war neu und fand offensichtlich großen Gefallen.

Und natürlich war Alkohol auch als Mitbringsel bei der Thai-Company hoch im Kurs – da hatten die beiden eine Großpackung „Kleiner Feigling“ im Gepäck. Das war ein Spaß! Das Geklopfe und vor allem der Versuch, den Flaschenverschluss auf die Nase zu stecken. Während dieser bei uns Langnasen hervorrragend hält, ist es bei den Thais ein schwieriges Unterfangen – wir haben sehr gelacht!

Natürlich waren auch Geschenke für meine Ersatzfamilie Nai, Bee und Nok im Gepäck, die sich ganz lieb um meine „richtige“ Familie gekümmert haben. Die beiden wurden von allen hier sehr herzlich empfangen und im Vorfeld bereits erwartet. „Ältere Familienmitglieder“ genießen hier den allergrößten Respekt und jeder hat sich gefreut, die beiden kennenzulernen. Eines Abendes waren wir sogar im Karendorf bei Pon (unserem Fahrer) und seiner Frau Porn (die wir vorher tagsüber schon beim Weben besucht haben) zum Essen eingeladen – es wurde ein Huhn für uns geschlachtet! Ohje – das arme Huhn… aber es war eine große Ehre“

Nach 6 Tagen in Mae Sapok ging es dann noch für ein letztes gemeinsames Wochenende nach Chiang Mai. Außer einem Abendessen auf dem Samstagsmarkt und einer Stippvisite auf dem Warorot-Markt am Sonntag hatten wir nicht viel auf dem Programm. Ein ausgiebiges und leckeres Osterfrühstück im German Beergarden und Massage, Massage, Massage! 🙂

Zum Abschluss ein schickes Abendessem im „Riverside“ und einen letzten Drink in Lims Bar…. bevor es dann am Montagmorgen um 6.30 Uhr hieß: time to say goodbye! Ich musste früh zur Arbeit nach Mae Sapok und die beiden flogen abends von Chiang Mai über Bangkok nach Deutschland.

Wie sagt man neudeutsch so schön? „Quality time“ mit der Familie. Ja – das war es wirklich! Ich habe die gemeinsame Zeit sehr genossen und war traurig, dass sie so schnell verflogen ist. Dennoch bin ich froh, dass ich ihnen so viel zeigen konnte und sie nun live erlebt haben, wie ich hier lebe. Und ich habe mich riesig gefreut, als sie die Elefantentage als „Highlight ihrer Reise“ bezeichnet haben, denn genau so sollte es sein! Für mich persönlich war es ebenfalls ein Highlight meiner bisherigen Zeit hier: die beiden bei mir zu haben!!!

Wahrscheinlich wäre ich noch ein wenig trauriger über den Abschied, wenn ich nicht so ein spannendes Projekt unmittelbar vor mir hätte: den großen Treck! Morgen reisen unsere 6 Gäste an, mit denen wir uns am Sonntag auf die Reise begeben. Mit Sack und Pack und 6 Elefanten begeben wir uns auf den Weg in das Elefantenheimatdorf Ban Na Klang um die sanften Riesen zum Abschluss der Saison nach Hause zu bringen.

Die Nächte verbringen wir unter freiem Himmel oder im Zelt, die Tage reiten und laufen wir um stets unsere Etappen zu schaffen. Wir durchqueren Stätten mit den abenteuerlichen Namen: Tal der Tausend Winde, Tal der Verdammnis oder Tal des Todes… Das letzte wird meine persönlich größte Herausforderung: hier durchlaufen wir eine Schlucht, bei der sich die Wände zu bewegen scheinen – in Wirklichkeit sind es jedoch „nur“ tausende Spinnen. Jeder der mich näher kennt weiß, dass ich der Meinung bin, 4 Beine sind absolut ausreichend für Tiere. Mit 6-beinigen Tieren kann ich noch gut leben, das stellt in der Regel kein Problem dar. Aber 8 Beine sind eindeutig zu viel für mich! Ich bin hier zwar schon „entspannter“ geworden, da einem immer wieder einmal solche Exemplare begegnen, aber Freunde sind wir noch lange nicht geworden!

Trotz allem überwiegend momentan absolut die Freude vor diesem Abenteuer. 24 Stunden mit den Elefanten zusammen zu sein – das wird toll. Körperlich und auch mental wird es sicherlich eine riesige Herausforderung, zumal wir momentan Temperaturen um die 40 Grad haben. Aber ich bin froh und dankbar dieses Abenteuer mitmachen zu dürfen – und freue mich bereits darauf, euch davon zu berichten!

 

 

 

Die Ereignisse überschlagen sich

In den vergangenen Wochen hat sich viel ereignet und ich habe hunderte Fotos, die ich gerne mit euch teilen würde – aber keine Sorge, ich beschränke mich auf eine Auswahl. Zunächst hatten wir ein aufwändiges Fotoshooting für Bodos neustes Projekt: eine kurze aber sehr luxuriöse Trecking-Tour für zwei Personen.

Dafür hat er vor einiger Zeit ein Zelt angeschafft, welches ich nun einrichten dürfte mit Möbeln, Stoffen, Deko, usw. Dafür war ich mit unserem Fahrer Pon zwei Tage lang in Chiang Mai und Umgebung unterwegs in sämtlichen Baumärkten, Deko- und Haushaltsläden. Im Land des Plastiks stellte es sich als besondere Herausforderung dar, eine weiße Stofftischdecke zu besorgen; es wimmelte überall nur von Plastik- und Lackdecken (allerdings auch in Spitzenoptik). Auch die banale Besorgung weißer Bettwäsche erwies sich als nicht ganz einfach, da ich schlichtweg nicht wusste, dass man in einem Set (und es gibt nur Sets!) immer nur zwei normale Kissenbezüge, zwei Kissenrollenbezüge und ein Bettlaken bekommt, nie aber einen Bettüberzug. Durch den Shoppingtrip habe ich aber wieder interessante Einblicke in den Alltag der Thais bekommen und Läden gesehen, die man als Tourist nie sehen würde – es war also spannend.

Mit dem Ergebnis war ich jedenfalls zufrieden und somit war das Zelt fertig eingerichtet und dekoriert, als der Fotograf kam. Auch drei unserer Elefanten hatten wir in unseren Garten bestellt – schließlich dreht es sich bei dem Fotoshooting um einen exklusiven Romantik-Treck mit Elefanten. Als Pärchen wurden Noah und ich als „Models“ für gut befunden, denn eigentlich sind wir alle nur das Beiwerk für die Elefanten.

Bei dem Fotoshooting hatten wir eine Menge Spaß und es sind ein paar wirklich tolle Fotos dabei rausgekommen. Ich persönlich würde unsere neue Tour sofort buchen! 😉

Zuschauer hatten wir zu vorgerückter Stunde auch eine ganze Menge. Als Natalie mit ihren Gästen aus dem Camp zurückkam, war das Shooting gerade in vollem Gange. Also wurde kurzerhand Sang Sorm besorgt und einige Knabbereien. Während Bhu und Morn, unser Serviceteam, noch posierte, hatten alle anderen beste Unterhaltung.

Den feuchtfröhlichen Abend mit den Gästen haben wir dann in kleiner Runde nur unter Kollegen am Lagerfeuer ausklingen lassen. Schließlich muss man es doch ausnutzen, wenn die Elefanten bei uns im Garten übernachten. Die Jungs haben kurzerhand überlegt im Freiem zu schlafen – und ich habe mich spontan für das Zelt entschieden. Schließlich muss ich doch testen, was wir unseren Gästen zukünftig anbieten! 😉

Ich kann euch sagen: es war fantastisch. Die ganze Nacht über die Elefanten hautnah zu spüren und zu hören, ist einfach ein unbeschreibliches Gefühl. Da habe ich einen ganz kleinen Vorgeschmack auf das bekommen, was mich Anfang April erwartet: unser großer Treck (der ist jedoch weit weniger luxuriös)! Als der Morgen dämmerte, sah ich als erstes Mae Gaeo II und Phu Khamün durch das Fenster des Zeltes – vom Bett aus. Was will  man mehr? Aber es kam noch besser. Nachdem ich diesen Moment ausgiebig in mich aufgesaugt hatte, verließ ich das Zelt und stieß zunächst auf einen verdutzten Hund: Doub ist es auch nicht gewöhnt, dass Elefanten in unserem Garten übernachten. In der Küche bereitete ich mir einen Kaffee zu und setze mich auf die Terrasse, um den morgendlichen Anblick über das Tal zu genießen.

Und während ich dort saß und die aufregende Nacht Revue passieren ließ, kam Phu Khamün mit seinem Mahout an der Terrasse vorbei spaziert. Meko, sein Mahout, versorgte ihn mit frischem Wasser aus dem Gartenschlauch. Kurz darauf wurde Yaya, unsere 10-jährige von ihrem Mahout Nu ebenfalls zum Wasser geführt, direkt an unserer Terrasse. Dieser Moment war einfach perfekt. Mich durchströmte ein warmes Glücksgefühl und mir schossen Tränen vor Freude in die Augen. Ich war (und bin es immer noch) dankbar, dass ich dieses wunderschönen Augenblick erleben dürfte. Ein perfekter Start in den Tag nach einer spannenden Nacht!

Ansonsten gab es in letzter Zeit noch einige andere tolle Projekte! Zum Beispiel Melonen schnitzen und Torte basteln für Salias 10. Geburtstag. Sie ist das erstgeborene Kalb in unserem Camp und somit haben Natalie und ich uns für ihren Geburtstag etwas besonderes einfallen lassen.

Oder das Veterinärsprojekt unserer Tong Bai Stiftung, wo ich regelmäßig die Baufortschritte dokumentiere und ein Schild entwickelt und aufgehangen habe. Bei dem Vet-Point handelt es sich wirklich um ein tolles Projekt, was momentan aus Spendengeldern der Stiftung finanziert wird. Gebaut wird eine Plattform mit Seilzugvorrichtung und jeglicher Ausstattung, um Elefanten zukünftig hier vor Ort behandeln zu lassen und ihnen den LKW-Transport nach Lampang zu ersparen. Die Behandlung von Elefanten ist in Thailand generell kostenlos (weil die Dickhäuter in diesem Land einen sehr hohen Stellenwert genießen), der Transport jedoch aufwändig und stressbelastet für den Elefanten. Unsere – im Bau befindliche – Vet-Station kommt dabei nicht nur unseren Elefanten zugute, sondern allen hier im Mae Wang Tal (und das sind sehr viele).

Natürlich war ich auch in der Zwischenzeit immer wieder im Dorf Mae Sapok Dei und im Kindergarten. Neulich wurde ich mit einem Gast im Dorf zum Essen eingeladen. Wir wollten nicht unhöflich sein, da die alte Dame mit ihrem zahnlosen Lächeln so herzlich gefragt hatte – wobei es für uns Farangs ein wenig gewöhnungsbedürftig war mit der Katze aus einem Topf zu essen. Rechtzeitig vor dem Reisschnaps gelang es uns jedoch, uns zu verabschieden.

A propos Schnaps: es gab auch einige lustige Abende mit den Kollegen: bei uns auf dem Hof oder in der Karaokebar zwei Orte weiter, oder mit den Mahouts im Camp, wo wir Marius´ Geburtstag gefeiert haben.

Und ein gemütliches Abendessen am Fluss, wo ich mir auf dem Rückweg interessante neue Ansätze zum Thema Ladungssicherheit für die Cologne Promotion Logistik abschauen konnte.

Meinen letzten freien Sonntag habe ich nicht in Chiang Mai verbracht -schließlich waren meine Freunde bereits abgereist. Ich hatte dennoch einen tollen Tag! Morgens bin ich  spontan mit Roger und einigen Mahouts nach Lampang gefahren (ca. 1,5 Stunden Fahrt), um unseren Bullen Phu Sii im Krankenhaus zu besuchen. Er ist am Bein verletzt und muss dort behandelt werden – da unser Vet-Point noch nicht fertig ist. Bei der Gelegenheit bin ich mal wieder ins Thai Elephant Conservation Center gekommen, wo ich vor zwei Jahren für ein paar Tage war, um einen Mahout-Kurs zu machen.Und ich habe auch das kleine privat geführte Krankenhaus von Soraida „Friends of the Asian Elephant“ (FAE) wieder besucht, wo ich 2011 im Rahmen meines Thailand-Trips war. Dort steht der medienbekannte Elefant, Mosha, ein Minenopfer, für den man eine Beinprothese angefertigt hatte. Es war schön, sie einmal wiederzusehen.

A propos Wiedersehen: am Nachmittag hatte ich noch ein ganz besonders tolles Erlebnis. Seit einiger Zeit bin ich auf der Suche nach meinem „alten“ Elefanten von vor 3 Jahren. Damals hatte ich einen Tag mit meiner Mutter in einem Camp verbracht und wir haben uns um unseren Elefanten Mae Campai gekümmert, die damals tragend war. Als ich ein Jahr später wieder in Thailand war – u.a. zum Mahout-Kurs in Lampang – wollte ich unbedingt unseren Elefanten wiedersehen und das Kalb kennenlernen. Als ich dachte, das Camp ausfindig gemacht zu haben (es gibt leider hunderte Camps hier im Norden), und einen Tagestrip dorthin buchte, stellte sich vor Ort heraus, dass es das falsche war. Ich war ziemlich enttäuscht, da ich mich sehr auf meinen Elefanten gefreut hatte.

Da ich wusste, dass ich momentan zumindest in demselben Tal, in Mae Wang lebe, habe ich mich hier auch direkt umgehört, ob jemand das Camp und den Elefanten kennt. Bewaffnet mit alten Fotos habe ich Sinchai, einen unserer Obermahouts gefragt, der nahezu jeden Elefanten kennt. Und tatsächlich: er kannte Elefant und Mahout und wollte mit mir gemeinsam in das Camp fahren, um ihn zu besuchen. Sonntagnachmittag war es dann soweit. Ich habe meine Mae Campai wiedergesehen und ihr hübsches Mädchen Pairin kennengelernt. Es war ein bewegender Moment, denn sie ist immer noch ein ganz besonderer Elefant für mich. Sie ist übrigens auch der Elefant auf dem Titelbild dieses Blogs. Und sie ist nicht unschuldig daran, dass ich hier bin, denn durch sie habe ich mich erst richtig in diese wunderschönen Riesen verliebt und wollte immer mehr und mehr Zeit mit ihnen verbringen.

A propos verliebt: ich muss zugeben, dass ich mich diese Woche erneut ziemlich verliebt habe! Nachdem ich hier schon viele, viele Elefanten kennenlernen dürfte, wollte ich doch unbedingt einmal ein ganz kleines Kalb aus nächster Nähe sehen. Unser Jack – mit seinen knapp 3 Jahren – ist schon sehr süß. Und Pairin, mit ihren 2,5 Jahren ist ein hübsches Riesenbaby, sogar deutlich größer als Jack. Ich träumte von einem klitzekleinen Kalb, und habe erfahren, dass das jüngste Kalb hier in der näheren Umgebung 5 Monate alt ist. Das wollte ich unbedingt kennenlernen. Und diese Woche war es dann soweit!

Ist sie nicht entzückend, mit ihrer Mecki-Frisur? Ich bin mir sicher, euch geht es wie mir, und ihr seid hin und weg von ihr. Und ich wünschte, ich könnte euch die Videos hier zeigen, wie sie versucht aufzustehen oder wie sie ihren Rüssel als Propeller benutzt, weil sie noch nicht richtig damit umzugehen weiß. Sie ist einfach herrlich, ich könnte ihr stundenlang zusehen!

So, nun habt ihr ein paar Elefantenfotos auf Vorrat, denn die nächsten Fotos werden wahrscheinlich Strand, Meer und Palmen beinhalten. Aber immerhin von der Insel Koh Chang (Chang bedeutet Elefant). Ich kann es kaum erwarten: meine Mutter und meine Tante kommen mich besuchen! Morgen fliege ich nach Bangkok, wo ich die beiden Sonntagfrüh am Flughafen abhole. Nach einem Tag in der Hauptstadt fliegen wir dann am Montag nach Trat, wo wir mit der Fähre nach Koh Chang übersetzen. Und nach ein paar Strandtagen kommen wir gemeinsam zurück nach Chiang Mai und später dann nach Mae Sapok, wo die beiden die 3-tägige Elefantentour mitmachen! Das wird toll!!!

Wenn die Stadt ruft… Chiang Mai!

In den letzten Wochen hat es mich am Wochenende immer wieder in die wunderschöne Stadt Chiang Mai gezogen. Man erreicht sie über etliche Serpentinen nach ca. 1 – 1,5 Stunden Autofahrt von Mae Sapok.  Neben dem „German Beergarden“ und anderen internationalen Restaurants gibt es hier zahlreiche tolle Cafés (mit richtig gutem Kaffee) und tolle Essensstände vor allem auf dem Samstags- und Sonntagsmarkt. Aus kulinarischer Sicht ist Chiang Mai also immer einen Wochenendtrip wert.

Neben den Gaumenfreuden gab es aber auch noch einen weiteren guten Grund, in der letzten Zeit Wochenende für Wochenende nach Chiang Mai zu fahren: die Gesellschaft von Denise und Daniel, deren Zeit hier sich nun leider dem Ende geneigt hat. Die beiden verweilen nun noch einen Monat im Süden Thailands, haben Chiang Mai aber nun nach etlichen Wochen leider verlassen. Wir haben tolle Zeiten miteinander erlebt – natürlich auch ganz viel Kulinarisches: German Beergarden, Mexikaner, Burger-Laden… aber auch die beste Khao Soi der Stadt und andere nordthailändische Spezialitäten ausprobiert.

Und natürlich haben wir auch Sang Som zusammen getrunken, einen ganz leckeren Thai-Rum (den die Thais als „Thai-Whiskey“ bezeichnen – das sagen sie jedoch zu jeder Spirituose außer Reisschnaps). Hierzulande trinkt man ihn meist mit Sodawasser, wir Farangs jedoch lieber mit Cola.

Doch wir haben nicht nur gegessen und getrunken! 🙂 Als Denise und ich eines Tages in einer Shoppingmall unterwegs waren, in der überwiegend Einheimische einkaufen, haben wir aus dem obersten Stockwerk laute Jubelrufe und Applaus vernommen. Neugierig sind wir also mit der Rolltreppe bis oben gefahren um den Grund für den Beifall herauszufinden. Plötzlich befanden wir uns inmitten einer Misswahl. Erst nach genauerem Hinsehen wurde uns klar, dass es keine ganz klassische Misswahl war, sondern eine Ladyboy-Misswahl! Bei den Ladyboys handelt es sich hierzulande um eine Art drittes Geschlecht: Männer, die sich – egal ob umoperiert oder nicht – als Frau kleiden und ihren Alltag leben, absolut akzeptiert von der Gesellschaft. Man begegnet ihnen hier sehr oft, erkennt es aber meist erst auf den zweiten oder dritten Blick, manchmal nur an der Stimme. Auch bei der Misswahl mussten Denise und ich mehrfach hinschauen, bis wir uns einig waren, bei machen war es kaum zu glauben.

Egal ob Ladyboys oder nicht: die Misswahl war zum Schreien. Die Präsentation der „Mädels“, ihre Abendgarderobe, die kritische Jury, die jubelnden Zuschauer (richtige Fanclubs), das Umziehen hinter der Bühne, inmitten der Shopping-Besucher – es war wirklich ein Erlebnis. Wir konnten uns kaum losreissen und haben das Shoppen völlig vergessen… und dass muss schon was heissen, denn es gab etliche Schuhgeschäfte in dem Shoppingcenter. Leider mussten wir die Show vor der Siegerehrung verlassen, weil wir einen Friseurtermin hatten. Schade, schade – nun werden wir nie erfahren, wer gewonnen hat.

Für unser letztes gemeinsames Wochenende in Chiang Mai hatten Denise und Daniel die tolle Idee einen ganztägigen Kochkurs zusammen zu belegen. Ich habe damals auf Koh Lanta bereits einmal einen mit meiner Mutter zusammen gemacht und wir hatten einen Riesenspaß – also war ich direkt begeistert von der Idee.

Letzten Sonntag war es dann soweit: wir wurden früh in Chiang Mai abgeholt, um dann erst einmal einen großen Markt gemeinsam zu besuchen. Hier hat uns May – die Inhaberin der Kochschule – bereits viele interessante Sachen erklärt und gezeigt, z.B. zig verschiedene Reissorten, oder auch wie Kokosmehl hergestellt wird usw.

Kurz danach ging es dann raus aufs Land zu Mays Farm, wo wir zunächst in ihrem großen Kräutergarten weitere Zutaten für unsere Rezepte gepflückt haben. Jeder dürfte sich vorab einige Gerichte aussuchen, die er am Tag zubereiten wollte.

Und dann ging es auch schon los mit Gemüse schnippeln und der Zubereitung des ersten Gangs. Insgesamt haben wir auf den Tag verteilt fünf Gänge gezaubert und gegessen – allesamt sehr lecker!

Darüberhinaus haben wir Tricks gelernt, wie man eine Kokosnuss öffnet, wie man Kokosraspeln aus ihr gewinnt um daraus dann Kokosmilch zu pressen. Schweisstreibende Arbeit, aber sehr interessant und um Längen besser als gekaufte Kokosmilch.

Auch wenn May sich teilweise als strenge Kochlehrerin herausstellte, hatten wir am Sonntag jede Menge Spaß. Insbesondere, wenn wir wieder einmal eine Anweisung aus Versehen ignoriert hatten (z.B. die Tomaten zu klein geschnitten oder die Zwiebel zu früh ins Curry – welch fatale Fehler, nicht wahr, Denise? ;-))

Als Erinnerung gab es natürlich ein Rezeptbuch, sogar mit persönlichem Foto auf der Titelseite. Sofern es mir gelingt die entsprechenden Zutaten im Asia-Shop zu bekommen, kommt der ein oder andere von euch vielleicht einmal in den Genuß von mir bekocht zu werden… wenn ich denn jemals irgendwann mal wieder Appetit auf Reis haben sollte… wahrscheinlich nicht so bald nach meiner Heimkehr!

Neben diesen schönen Unternehmungen, gab es in letzter Zeit auch notwendige Übel an meinen Chiang-Mai-Wochenenden zu erledigen, dazu gehörte mein Visa-run und ein Zahnarztbesuch.

Vor zwei Wochen war es soweit: meine 90 Tage Aufenthalt, die man bei dem Non-immigrant-Visum maximal bekommt, neigten sich dem Ende zu. Also musste ich kurz das Land verlassen, um erneut 90 Tage in meinen Pass gestempelt zu bekommen. Da dies hier die einzige Möglichkeit ist und tausende Menschen diese Prozedur hier regelmäßig betreiben müssen, bietet jedes Reisebüro Tagestrips dafür an, sogenannte Visa-Runs. Man wird mit dem Minibus am Hotel abgeholt, sammelt zig weitere Leute ein und fährt 4 Stunden nach Mae Sai, zum burmesischen Grenzübergang.

Dort gibt es ein reges Treiben. Man stellt sich in Thailand an einem Schalter an um auszureisen, läuft über eine Brücke und befindet sich somit in Myanmar / Burma. Dort bezahlt man 500 THB, kann dann kurz über einen Markt laufen, um danach erneut an einem Schalter anzustehen, um in Thailand wieder einreisen zu dürfen. Für die ganze Prozedur hat man ein Zeitfenster von knapp einer Stunde, bis der Minibus wieder zurück nach Chiang Mai fährt. Sofern man seinen Minibus sofort erkennt, zwischen all den  hundert silbernen Minibussen, deren Passagiere dieselbe Mission haben wie ich: einen Stempel zu bekommen!!!

Das einzig spannende an diesem Grenzübergang war das „organisierte Chaos“ auf der Straße: die Fahrzeuge wechselten auf der Brücke vom Linksverkehr (Thailand) auf Rechtsverkehr (Myanmar) – und das ohne wirkliches System, aber nahezu problemlos. Das hat mich fasziniert.

Ansonsten war der Tag (ein kompletter Samstag von 7 Uhr morgens bis 18 Uhr abends) einfach nur sehr anstrengend. Der Minibus legte ein gutes Tempo vor und das bei etlichen Serpentinen.Das alleine hätte mich nicht beunruhigt (das bin ich auch mittlerweile von unserem Fahrer Nui gewöhnt von der Strecke Mae Sapok – Thailand). Viel erschrockener war ich darüber, dass unser Minibusfahrer ständig beide Hände vom Lenkrad nahm um einen Wai zu machen. Der „Wai“ ist die traditionelle thailändische Begrüßung und Respektbekundung, also die gefalteten Hände vor der Brust (oder höher, je nachdem, wem es gilt). Unser Fahrer machte sie jedesmal, wenn am Straßenrand eine Buddhaabbildung, ein Tempel, ein Mönch, eine Königsabbildung oder Königsflagge zu sehen war. Für diejenigen unter euch, die noch nie in Thailand waren, kann ich euch sagen: das ist recht oft der Fall. Auf manchen Strecken tatsächlich alle paar hundert Meter (nicht übertrieben!!!) Der gute Mann hatte wirklich Stress mit schalten, Hände falten, hupen (wenn ein Geisterhaus am Wegesrand kam… hatte ich das mit dem Geisterglauben bereits erklärt??)! Anfangs habe ich mir wirklich Sorgen gemacht, als er das Lenkrad so oft losließ, später dachte ich mir: alle guten Geister, der König und Buddha sind mit uns – was soll denn da noch schief gehen? Mai pen rai! 🙂

Nun komme ich für heute zum Ende und stelle fest: nicht ein einziges Elefantenfoto??? Das kann doch nicht sein! Also, zum Abschluss nun mein absolutes Lieblingsfoto, was ich vor knapp zwei Wochen morgens früh geschossen habe:

IMG_7774

Die Stammleser unter euch dürften diese Aussicht kennen: der Blick von meiner Terrasse. Warum sich an diesem Morgen ein Elefant in „meinem“ Garten befand und mich bei meinem morgendlichen Kaffee beglückte, erzähle ich euch demnächst. Es war jedenfalls mein größter Glücksmoment hier!

Bis bald – ich wünsche euch auch ein paar Glücksmomente!

 

 

 

Bergfest, Chinesesisches Neujahr und Happy Valentine

Wie der Titel bereits vermuten lässt, überschlagen sich die Ereignisse im kleinen nordthailädischen Bergdorf. Ich persönlich erlebe mein Bergfest, da ich nun bereits auf die Hälfte meines Gesamtaufenthaltes zurück blicken kann. Seit Ende November bin ich nun hier und Anfang Mai kehre ich zurück nach Deutschland.

Wenn ich die vergangenen Wochen Revue passieren lasse, stelle ich fest, dass mich die sanften Riesen täglich aufs Neue in ihren Bann ziehen und dass sie mich begeistern, wie an meinen ersten Tagen. Ich habe mich noch lange nicht satt gesehen an badenden Elefanten! Ich hoffe, es geht euch ähnlich, dann natürlich habe ich hierzu noch ein paar aktuelle Fotos…

Ich stelle aber auch fest, dass mir meine Lieben sehr fehlen. Familie und Freunde, Arbeitskollegen und Kunden sowie sonstige Weggefährten… sicherlich ist es schwierig mit den sanften Riesen zu konkurrieren, aber ich kann euch sagen: ihr habt ziemlich gute Chancen! Ich freue mich, dass ich hier noch einige Zeit verbringen kann und werde sie weiterhin in vollen Zügen genießen, aber ich freue mich auch bereits sehr auf das Wiederkommen und Wiedersehen.

In der vergangenen Woche haben wir hierzulande das Chinesische Neujahr gefeiert. In Thailand feiert man tatsächlich dreimal das Neue Jahr. Zuerst einmal gemeinsam mit uns das klassische Sylvester am 31.12. Wobei die buddhistischen Thais am 1. Januar nicht das Jahr 2015 willkommen geheissen haben, sondern das Jahr 2559. Hier erfolgt die Zeitrechnung nicht nach Christus, sondern nach Buddha.Ich bin euch, während ihr das lest, nicht nur 6 Stunden voraus, sondern ganze 543 Jahre… das ist doch einmal eine interessante Betrachtungsweise!

Doch bevor ihr länger darüber nachgrübelt… zurück zum chinesischen Neujahr. Natürlich bekomme ich hier auf dem Dorf wenig von pompösen Festivitäten mit, die man wahrscheinlich in den größeren Städten erleben würde, besonders in den Chinatown-Vierteln von Chiang Mai oder Bangkok. Ich habe tatsächlich erst das chinesische Neujahr bemerkt, als Bodo auf der Bierbak (ihr erinnert euch? Unsere Feierabend-Bank alias „Stammkneipe“ am Shop) sagte, wir müssen nachher noch beim Man vorbei, aufs Neujahr anstossen. Man ist sein thailändischer Geschäftspartner, mit dem er die Firma zusammen gegründet hat. In Thailand müssen 51 % eines Unternehmens in thailändischer Hand sein, ansonsten hat man als Farang (= Weißer / Langnase) keine Chance hier eine Firma zu gründen. Da Man ein Thai mit chinesischer Herkunft ist, ist es selbstverständlich, dass er zum chinesischen Neujahr Freunde und Familie bewirtet. Am ersten Tag haben wir nur auf das neue Jahr getrunken, es gab Sang Som (Thai-Rum / Whiskey) für die Thais mit Soda, für uns mit Cola. Am zweiten Tag waren wir zum Essen eingeladen und es gab natürlich weiterhin Sang Som. Schliesslich muss das neue Jahr – übrigens das Jahr des Affen – anständig begrüsst werden. Von Bee und Nai gab es einen Präsentteller, den man sich scheinbar klassisch an Neujahr überreicht. Bei den Vorbereitungen hilft die komplette Familie mit. Aber als dieser Teller dann bei uns in der Küche stand, musste ich doch ein wenig schlucken.

Für mich persönlich hätte man den Hühnerkopf gut und gerne weglassen können, aber: andere Länder andere Sitten. Das wurde mir zuletzt – ebenfalls in unserer Küche – deutlich vor Augen geführt.

Dort stand ein Sack, der sich plötzlich bewegte und Geräusche von sich gab. Ich dachte kurzzeitig, unser kleiner Hund Franz – der übrigens gar nicht mehr so klein ist – hätte sich dahinter versteckt und hob den Sack an, was mit gackerndem Protest honoriert wurde. Schlagartig wurde mir bewusst, dass sich unter dem Sack kein kleiner Hund befand, sondern in dem Sack ein lebendiges Huhn. Nun gut, wenn man sich den Sack genauer anschaut hätte man durchaus direkt darauf kommen können – ich war dennoch überrascht. Ich ahnte bereits Schreckliches. Eine Milisekunde habe ich darüber nachgedacht, das arme Lebewesen zu befreien, doch damit hätte ich es mir endgültig mit Seng (unserem „Hausdrachen“, wie sie hier liebevoll genannt wird) verscherzt. Also: nicht länger darüber nachdenken und zurück ins Büro gehen. Wenig später höre ich lautes Gegacker und Geflatter und sehe wie unsere beiden Gärtner mit Besen bewaffnet über den Hof jagen. Meine Devise lautet weiterhin: nicht darüber nachdenken und bloß nicht aus dem Bürofenster schauen. Ich vertiefe mich in die Arbeit und irgendwann höre ich nichts mehr – es scheint überstanden zu sein. Später, nachdem ich meine Bürotätigkeit beendet habe, bringe ich meine Kaffeetasse in die Küche – wo mich ein frisch gerupftes Huhn im Kochtopf erwartet. Sofort überkommt mich wieder Mitleid mit dem armen Huhn. Es war Gott sei Dank nicht mein Abendessen, sondern Sengs Mitbringsel für eine Geburtstagsfeier!

An solchen alltäglichen Dingen stelle ich immer wieder fest, wie unterschiedlich mein normales Leben in Deutschland doch zu dem Leben hier ist. Umso spannender ist es, diese Eindrücke – mit allem was dazu gehört – erleben zu können, was einem bei einer klassischen Urlaubsreise niemals gelingen würde. Ich bin mittlerweile zum fünften Mal in diesem wunderschönen Land, habe verschiedene Ecken bereist, vom Norden bis in den Süden, sämtliche Inseln usw. und war mir sicher, schon sehr viel zu wissen und kennengelernt zu haben. Aber hier zu LEBEN gemeinsam mit Thais und Karen, das ist tatsächlich etwas ganz Spezielles und nicht vergleichbar mit den diversen Reisen davor. Nicht nur die Elefanten bereichern hier meine Zeit ungemein – sondern auch die Menschen mit ihrer Kultur, ihren Traditionen und allem was dazu gehört.

Neulich war ich wieder shoppen, in den „H&M“s unserers Dorfes. Ich habe eine wunderschöne rote handgewebte Decke erstanden in Mae Sapok Nuea (bei der Konkurrenz) und eine weitere tolle Karentasche von Porn in Mae Sapok Dei. Bei Porn (erstes Foto), der Frau unseres Fahrers, kaufe ich am liebsten ein. Sie ist so süß und lieb und immer am Lachen, wenn sie am Webstuhl sitzt, obwohl sie oft schon einen anstrengenden Tag auf dem Reisfeld hinter sich hat. Die weiße Karentracht (ihr erinnert euch? Die Kleidung der unverheirateten Frauen.) wurde mir nur fürs Foto verpasst. Ich trage hier lieber die bunten Karenoberteile… und weiß wäre bei den Elefanten auch nicht lange weiß. Schließlich gehen sie gerne auf Tuchfühlung mit ihrem Rüssel.

Unter Berührungsängsten mit Menschen leiden unsere Riesen ganz sicher nicht. Gerne kommen sie auch im Camp an unseren überdachten Essensplatz und schauen einmal nach dem Rechten. Unser Jungbulle Phu Chapo hat diesen Platz neulich, als ich dort mit Gästen saß, ganz besonders inspiziert. Wir konnten dann direkt einmal die Zahnkontrolle durchführen, denn sein abgebrochener Stoßzahn war nicht zu übersehen war.

Phu Chapos Mahout Chai Laan nimmt es mit der Körperpflege seines Schützlings übrigens sehr genau. Er ist einer der gründlichsten Mahouts, wenn es um das Waschen und Abbürsten seines Dickhäuters geht. Da wird auch gerne noch einmal nachgeholfen, wenn der Gast bereits denkt, dass sein Elefant sauber sei. Chai Laan lässt sich auch nicht davon abhalten, dass das Wasser an dieser Badestelle sehr seicht ist. Offensichtlich hat Phu Chapo aber auch Spaß dabei und genießt das kühle Nass.

Mit den badenden Elefanten schließe ich meinen Blogeintrag für heute. Ich könnte euch noch von meinem schönen Wochenende in Chiang Mai berichten, wo ich wieder einmal eine tolle Zeit mit Denise und Daniel erlebt habe. So sehr ich meine Freunde zuhause vermisse, so schön ist es, hier neue gefunden zu haben – eine echte Bereicherung meines Aufenthaltes! Ich bin jetzt schon traurig, dass die beiden bald in den Süden weiterreisen.

Von unseren Erlebnissen am Wochenende berichte ich beim nächsten Mal, denn mein Bett ruft nun. Ihr könnt euch freuen auf eine abgefahrene Misswahl, die beste Khao Soy der Stadt, noch mehr Sang Som… und vielleicht auch auf ein paar Elefanten. 😉

 

 

 

„Kölle Alaaf“ aus dem Bergdorf

Während ihr in den letzten Tagen hoffentlich ordentlich gefeiert habt, ist bei uns im Bergdorf alles beim Alten. Ich stelle fest: Karneval ist wie Weihnachten; man vermisst die Heimat und die Lieben mehr denn je. Aber man kann eben nicht alles haben und im nächsten Jahr bin ich wieder beim Karneval dabei – und vermisse bestimmt meine Elefanten! 😉

Ich hatte letztens eine kleine Gruppe Gäste, einmal tatsächlich sogar auch nur einen Gast, so dass ich selbst auch mal wieder zum Reiten gekommen bin. Diesmal hatte ich das Vergnügen mit Mae Dou, einer unruhigen Elefantendame, die ihren eigenen Kopf hat und somit eine kleine Herausforderung darstellt – aber eine sehr liebenswerte!

Mein einzelner Gast, Nina, war total begeistert und hat uns auch eine sehr schöne Bewertung bei Tripadvisor hinterlassen – darüber habe ich mich riesig gefreut. Irgendwann ist es wahrscheinlich nichts besonderes mehr, aber da es für mich persönlich die erste Bewertung war, hat es mich sehr glücklich gemacht. Es ist schon toll, dass ich daran mitwirken kann, dass unsere Gäste hier eine traumhafte Zeit erleben (eigentlich gar nicht so weit weg von meinem „normalen“ Job zuhause). Aber zugegeben: den Hauptjob übernehmen hier unsere sanften Riesen, die es im Nu schaffen, jedermann zu begeistern.

 

An meinen letzten freien Sonntag zog es mich dann wieder einmal in die Stadt, nach Chiang Mai – zumal ich dort mit sehr netten Menschen verabredet war. Die Welt ist ein Dorf und somit haben wir über eine Chiang-Mai-Facebookgruppe festgestellt, dass wir eine gemeinsame Freundin in Köln (bzw. Bonn) haben – also Grund genug, sich einen schönen gemeinsamen Tag in Chiang Mai zu machen.

Nach einem ausgiebigen Frühstück beim Olaf (im „German Beergarden“) haben wir fast den kompletten Rest des Tages in einem wunderschönen Café inmitten eines Terrakotta-Gartens verbracht. Ich hatte dieses hübsche Fleckchen Erde vor einigen Jahren in Chiang Mai entdeckt, da war es jedoch nur ein kleiner malerischer Garten ohne Gastronomie. Als Denise mir nun von der Kulisse eines tollen Cafés erzählte, mussten wir doch direkt einmal checken, ob es derselbe Terrakottagarten von damals war. Und tatsächlich: mittlerweile gibt es ein Café im Garten.

Wir haben bis zum späten Nachmittag zu dritt in dem Café verbracht und uns stundenlang unterhalten. Denise und Daniel leben zur Zeit in Chiang Mai und somit konnten wir einige Tipps austauschen. Daniel hat von einem spannenden Meditationsretreat mit den Mönchen berichtet, was ich unbedingt während meiner Zeit hier noch ausprobieren möchte. Natürlich habe ich auch viel von meinem Job hier erzählt und die beiden mit meinen Elefantenerlebnissen so begeistert, dass sie kurzerhand einen 2-Tages-Trip für das Wochenende buchten.

Letztes Wochenende war es also soweit, ich dürfte die beiden hier – gemeinsam mit zwei weiteren Gästen – in Mae Sapok begrüßen. Ich habe mich sehr auf sie gefreut und war gespannt, ob die sanften Riesen auch bei ihnen die Wirkung nicht verfehlten. Und natürlich (wie kann es anders sein?!) waren die beiden ganz begeistert von unseren hübschen Dickhäutern.

Neben unserem großen Bullen Phu Sii hatte ich die jungen Elefantendamen Yaya, Mae Boonsin und Salia dabei. Unser erster Tag (inkl. „drunter sitzen“ und berüsselt werden) fand in unserem schönen Stiftungcamp mit dem großen Freigehege statt.

Natürlich ging es auch zum nahe gelegenen Fluss, um die Elefanten zu baden. Besonders unsere jüngsten Elefanten Yaya und Salia (beide ca. 10 Jahre alt) hatten wieder einen Riesenspaß. Und erfrischten uns zusätzlich mit einer Rüsseldusche!

Am zweiten Tag haben wir morgens die Elefanten aus dem Wald geholt und den Tag im Camp II verbracht. Von dort aus gab es einen kurzen Ritt zur flachen Badestelle, denn das Elefantenbaden hatte es nicht nur Denise und Daniel, sondern auf dem anderen Pärchen angetan. Zum Abschluss wurden dann noch Bananen gefüttert – ein besonderer Leckerbissen für unsere Elefanten!

Ein Erinnerungsfoto für die gemeinsame Freundin dürfte natürlich nicht fehlen!

stiftung15

Danke liebe Sabrina, fürs indirekte „Miteinander-bekannt-machen“ – dank dir hatten wir zwei tolle Wochenenden und planen gerade das nächste Wiedersehen!

Die letzten beiden Tage habe ich mit Shoppen für die Firma verbracht, zur Ausstattung von Bodos neuem Projekt – mehr dazu später. Jedenfalls kenne ich nun sämtliche Thai-Baumärkte, Dekoläden, Farang-(also „Weisse-„) Läden usw. War auch mal witzig und spannend. Doch nun freue ich mich umso mehr auf morgen: auf die Elefanten.

Ich habe 8 Gäste, vier von Elephant-Special-Tours (die zwei Tage bleiben) und vier von unserer Tong-Bai-Stiftung (eintägig) – erstmals miteinander kombiniert. Schauen wir mal, wie das klappt… aber: „irgendwas ist immer“…  🙂

 

Eisige Zeiten im Norden Thailands

Seit einigen Tagen weiß ich das schöne Wetter und die Sonne hier erst richtig zu schätzen. Heute strahlte die Sonne von einem wunderschönen blauen Himmel wieder zu uns herab, um uns zu wärmen – das war nicht immer so in den vergangenen Tagen.

Samstag war einer der heissesten Tage, die ich hier erlebt habe. Sonntag – mein freier Tag, den ich komplett lesend auf der wunderschönen Terrasse verbracht habe – war es immer noch sehr warm, allerdings auch recht windig und es gab zwei kurze Regenschauer. Die Vorboten für Montag…

Am Montag hat es dann wie aus Eimern geschüttet! Ich hatte mich morgens im Shop gegenüber noch rechtzeitig ausgestattet mit Gummistiefeln und Regencape. Darunter meine Regenjacke, Leggings, Fleecepullover und Wollsocken. Denn der Regen war nicht das Hauptproblem: schlimm war, dass die Temperatur extrem gefallen ist, so dass zu dem Regen auch noch Kälte und Wind hinzu kam.

Unser Programm mit den Gästen fand jedoch wie geplant statt: morgens holten wir die Elefanten aus dem Wald. Während die Mahouts auf uns warteten, hatten sie für sich und die Elefanten ein Feuer angezündet. Das einzige wirksame Mittel gegen die Kälte, wie ich in den nächsten Tagen noch erfahren konnte.

Egal ob bei uns zuhause in der Küche oder bei Bee und Nai vorm Shop: überall wurden Feuer angezündet (und bei der Gelegenheit auch direkt Bananen gegrillt), und man versammelte sich darum. Herrlich – zumal ich feststellte, dass meine Gummistiefel zum Ende der Tour nicht mehr ganz dicht waren und ich nasse und eiskalte Füße bekommen hatte.

Zum Glück hatte Bodo noch ein weiteres wirksames Mittel gegen die Kälte aufgetan: Glühwein! Sein Bekannter Joe betreibt ca. 1/2 Stunde von Mae Sapok entfernt eine deutsche Bäckerei mit leckerem Brot (eine Wohltat zwischen dem alltäglichen Toastbrot), deutscher Hausmannskost (tiefgefroren), Leberwurst…. und Glühwein!

Die Häuser hier in Thailand sind auf solche Temperaturen nicht vorbereitet. Heizungen sind natürlich ein Fremdwort und in die Holzhäuser zieht es durch jede Ritze. Teilweise gibt es auch keine Fenster, sondern nur Fliegengitter, zum Beispiel im Badezimmer. Duschen wurde also zur echten Mutprobe.

Das einzige, was neben dem Glühwein also half gegen diese eisige Kälte, war warme und dicke Kleidung. Meine Fleecejacke wurde zum ständigen Begleiter, drüber und drunter Zwiebellook. Untenrum zwei Leggings unter der Mahout-Hose oder meine neuste Errungenschaft (natürlich aus dem Shop gegenüber): eine Fleecehose mit lustigen Tiermotiven. Der letzte Schrei – ich sag´s euch! 🙂 Ich habe mich nur getraut sie im Haus anzuziehen, am liebsten im Bett oder versteckt unter der Mahouthose. Bei Natalie merkt man dann, dass sie schon seit 4 Jahren hier lebt: sie trägt die auch auf der Straße und drüben bei den Gästen. Soweit bin ich noch nicht… auch wenn ich mein Modebewusstsein hier auch recht schnell ad acta gelegt habe. „Mae Sapok-Style“ sagt Natalie ganz oft, wenn wir mal wieder Socken mit Möchtegern-Crocs oder Flip Flops tragen… so würde man wirklich nirgendwo sonst rumlaufen, aber hier ist es irgendwie egal.

Bei meinem letzten Beitrag – über den Kindergarten – saß ich übrigens mit Fleecepulli, Mütze und drei Decken in meinem Bett. Ich wollte eigentlich viel länger geschrieben haben – unter anderem über die Wettersituation -, aber da meine Hände so gefroren haben, habe ich es bei einem kurzen Beitrag belassen. Als ich mit meiner Mutter und auch meinem Onkel geskypt habe, amüsierten die beiden sich über mein Outfit – während sie mir in Shirt und Hemd gegenüber saßen. Wir wissen oft gar nicht, wie gut wir es haben, dass wir im Winter einfach die Heizung aufdrehen können. Die armen Thais sind solche Temperaturen jedenfalls nicht gewöhnt. Tatsächlich gab es hier im Norden auch tragische Schlagzeilen von Kältetoten, ebenso wie von vielen Tieren, die die Kälte nicht überlebt haben. Unseren Elefanten hat es auch nicht gefallen – an Baden war gar nicht zu denken.

Gott sei Dank kam gestern nachmittags dann die Sonne wieder raus. Die Temperatur stieg rapide. Über den Tag entledigte ich mich dann von den zwei Paar Leggings, die ich noch unter der Mahouthose trug und auch obenrum war es dann nachmittags plötzlich wieder nur noch die kurzärmelige Karentracht (morgens noch mit Pulli darunter und Fleecejacke drüber). Was habe ich mich gefreut, als nach dem Mittagessen der Himmel aufriss und die Sonne über dem Tal vor strahlend blauer Kulisse lachte.

Nach unserem Programm mit den Gästen sind wir noch in ein benachbartes Camp gefahren, wo einige unserer „alten“ Elefanten nun arbeiten. Die Elefantenbesitzer schließen mit den Camps Jahresverträge, so dass es sein kann, dass die Elefanten dann nach einiger Zeit das Camp wechseln. Hier haben wir zwei Elefantendamen besucht, die Natalie schon lange kennt. Beide haben ihre Kälber seinerzeit bei Elephant Special Tours geboren, Puh Noi ist nun 7 Jahre alt und Bouvie 5 Jahre.

Puh Noi ist ein ganz schöner Racker, wie unser kleiner Jack. Er hört nur auf seinen Mahout Müth, kein anderer kommt gut mit ihm zurecht. Aber Küsschen geben macht er sehr gut (wie unser Jack!). Er hat jetzt schon recht große Stoßzähne und wird bestimmt ein wunderschöner Bulle – ach was: das ist er jetzt schon!

Richtig verliebt habe ich mich gestern allerdings in Bouvie. Sie ist ein zuckersüßes Elefantenmädchen, das man richtig knuddeln kann – ganz anders als unser Jack! Bouvie mag es besonders, wenn man sie am Maul krault, so süß. Die hätte ich am liebsten sofort mitgenommen. So schade, dass sie nicht mehr in unserem Camp ist.

Aber auch die älteren Elefanten in dem Camp sind toll: die Mütter von Bouvie und Phu Noi und Mae Doulu – eine ganz süße rundliche Elefantendame.

Zum Abschluss eines schönen Tages haben wir dann gestern noch mit Nai zusammen gekocht. Ich liebe ihre Kartoffeltaschen ganz besonders und nun haben wir sie einmal zusammen gemacht, damit ich lerne, wie man sie macht. Eigentlich ganz simpel – und seeehr lecker.

Als Revanche haben wir ihr dann gezeigt, wie man Reibekuchen macht – die scheinen hier in Thailand auch ganz gut anzukommen. Besonders das Apfelmus (was aus Deutschland importiert wurde) fanden sie sehr interessant! 😉

Zuletzt haben wir hier Pizza gemacht und uns darüber amüsiert, dass die Mädels (Kellnerinnen aus dem Guesthouse) dazu tatsächlich Reis gegessen haben. Naja – Reis gehört hier eben zu jeder Mahlzeit. Das gemeinsame Kochen macht jedenfalls riesig Spaß, vor allem, wenn man dabei auch noch ein paar neue Gerichte lernt.

Demnächst muss ich mir die Zubereitung von Massaman Curry noch einmal genauer anschauen. Das ist schon seit längerem mein Thai-Lieblingsgericht, aber hier schmeckt es besonders gut (könnte an den Zimtstangen liegen, die ich neulich darin entdeckt habe).

Von den ganzen Essensfotos bekomme ich fast wieder Hunger. Dabei habe ich eigentlich eben gut – und deftig! – gegessen. Bodo hatte Linsensuppe vom Joe mitgebracht und noch verfeinert, sehr lecker. Vor allem, wenn man so etwas ewig nicht gegessen hat. Ich freue mich mittlerweile immer, wenn es einmal keinen Reis gibt. Wir Deutschen sind eben Kartoffel-Esser – da stehe ich zu. 🙂