Eisige Zeiten im Norden Thailands

Seit einigen Tagen weiß ich das schöne Wetter und die Sonne hier erst richtig zu schätzen. Heute strahlte die Sonne von einem wunderschönen blauen Himmel wieder zu uns herab, um uns zu wärmen – das war nicht immer so in den vergangenen Tagen.

Samstag war einer der heissesten Tage, die ich hier erlebt habe. Sonntag – mein freier Tag, den ich komplett lesend auf der wunderschönen Terrasse verbracht habe – war es immer noch sehr warm, allerdings auch recht windig und es gab zwei kurze Regenschauer. Die Vorboten für Montag…

Am Montag hat es dann wie aus Eimern geschüttet! Ich hatte mich morgens im Shop gegenüber noch rechtzeitig ausgestattet mit Gummistiefeln und Regencape. Darunter meine Regenjacke, Leggings, Fleecepullover und Wollsocken. Denn der Regen war nicht das Hauptproblem: schlimm war, dass die Temperatur extrem gefallen ist, so dass zu dem Regen auch noch Kälte und Wind hinzu kam.

Unser Programm mit den Gästen fand jedoch wie geplant statt: morgens holten wir die Elefanten aus dem Wald. Während die Mahouts auf uns warteten, hatten sie für sich und die Elefanten ein Feuer angezündet. Das einzige wirksame Mittel gegen die Kälte, wie ich in den nächsten Tagen noch erfahren konnte.

Egal ob bei uns zuhause in der Küche oder bei Bee und Nai vorm Shop: überall wurden Feuer angezündet (und bei der Gelegenheit auch direkt Bananen gegrillt), und man versammelte sich darum. Herrlich – zumal ich feststellte, dass meine Gummistiefel zum Ende der Tour nicht mehr ganz dicht waren und ich nasse und eiskalte Füße bekommen hatte.

Zum Glück hatte Bodo noch ein weiteres wirksames Mittel gegen die Kälte aufgetan: Glühwein! Sein Bekannter Joe betreibt ca. 1/2 Stunde von Mae Sapok entfernt eine deutsche Bäckerei mit leckerem Brot (eine Wohltat zwischen dem alltäglichen Toastbrot), deutscher Hausmannskost (tiefgefroren), Leberwurst…. und Glühwein!

Die Häuser hier in Thailand sind auf solche Temperaturen nicht vorbereitet. Heizungen sind natürlich ein Fremdwort und in die Holzhäuser zieht es durch jede Ritze. Teilweise gibt es auch keine Fenster, sondern nur Fliegengitter, zum Beispiel im Badezimmer. Duschen wurde also zur echten Mutprobe.

Das einzige, was neben dem Glühwein also half gegen diese eisige Kälte, war warme und dicke Kleidung. Meine Fleecejacke wurde zum ständigen Begleiter, drüber und drunter Zwiebellook. Untenrum zwei Leggings unter der Mahout-Hose oder meine neuste Errungenschaft (natürlich aus dem Shop gegenüber): eine Fleecehose mit lustigen Tiermotiven. Der letzte Schrei – ich sag´s euch! 🙂 Ich habe mich nur getraut sie im Haus anzuziehen, am liebsten im Bett oder versteckt unter der Mahouthose. Bei Natalie merkt man dann, dass sie schon seit 4 Jahren hier lebt: sie trägt die auch auf der Straße und drüben bei den Gästen. Soweit bin ich noch nicht… auch wenn ich mein Modebewusstsein hier auch recht schnell ad acta gelegt habe. „Mae Sapok-Style“ sagt Natalie ganz oft, wenn wir mal wieder Socken mit Möchtegern-Crocs oder Flip Flops tragen… so würde man wirklich nirgendwo sonst rumlaufen, aber hier ist es irgendwie egal.

Bei meinem letzten Beitrag – über den Kindergarten – saß ich übrigens mit Fleecepulli, Mütze und drei Decken in meinem Bett. Ich wollte eigentlich viel länger geschrieben haben – unter anderem über die Wettersituation -, aber da meine Hände so gefroren haben, habe ich es bei einem kurzen Beitrag belassen. Als ich mit meiner Mutter und auch meinem Onkel geskypt habe, amüsierten die beiden sich über mein Outfit – während sie mir in Shirt und Hemd gegenüber saßen. Wir wissen oft gar nicht, wie gut wir es haben, dass wir im Winter einfach die Heizung aufdrehen können. Die armen Thais sind solche Temperaturen jedenfalls nicht gewöhnt. Tatsächlich gab es hier im Norden auch tragische Schlagzeilen von Kältetoten, ebenso wie von vielen Tieren, die die Kälte nicht überlebt haben. Unseren Elefanten hat es auch nicht gefallen – an Baden war gar nicht zu denken.

Gott sei Dank kam gestern nachmittags dann die Sonne wieder raus. Die Temperatur stieg rapide. Über den Tag entledigte ich mich dann von den zwei Paar Leggings, die ich noch unter der Mahouthose trug und auch obenrum war es dann nachmittags plötzlich wieder nur noch die kurzärmelige Karentracht (morgens noch mit Pulli darunter und Fleecejacke drüber). Was habe ich mich gefreut, als nach dem Mittagessen der Himmel aufriss und die Sonne über dem Tal vor strahlend blauer Kulisse lachte.

Nach unserem Programm mit den Gästen sind wir noch in ein benachbartes Camp gefahren, wo einige unserer „alten“ Elefanten nun arbeiten. Die Elefantenbesitzer schließen mit den Camps Jahresverträge, so dass es sein kann, dass die Elefanten dann nach einiger Zeit das Camp wechseln. Hier haben wir zwei Elefantendamen besucht, die Natalie schon lange kennt. Beide haben ihre Kälber seinerzeit bei Elephant Special Tours geboren, Puh Noi ist nun 7 Jahre alt und Bouvie 5 Jahre.

Puh Noi ist ein ganz schöner Racker, wie unser kleiner Jack. Er hört nur auf seinen Mahout Müth, kein anderer kommt gut mit ihm zurecht. Aber Küsschen geben macht er sehr gut (wie unser Jack!). Er hat jetzt schon recht große Stoßzähne und wird bestimmt ein wunderschöner Bulle – ach was: das ist er jetzt schon!

Richtig verliebt habe ich mich gestern allerdings in Bouvie. Sie ist ein zuckersüßes Elefantenmädchen, das man richtig knuddeln kann – ganz anders als unser Jack! Bouvie mag es besonders, wenn man sie am Maul krault, so süß. Die hätte ich am liebsten sofort mitgenommen. So schade, dass sie nicht mehr in unserem Camp ist.

Aber auch die älteren Elefanten in dem Camp sind toll: die Mütter von Bouvie und Phu Noi und Mae Doulu – eine ganz süße rundliche Elefantendame.

Zum Abschluss eines schönen Tages haben wir dann gestern noch mit Nai zusammen gekocht. Ich liebe ihre Kartoffeltaschen ganz besonders und nun haben wir sie einmal zusammen gemacht, damit ich lerne, wie man sie macht. Eigentlich ganz simpel – und seeehr lecker.

Als Revanche haben wir ihr dann gezeigt, wie man Reibekuchen macht – die scheinen hier in Thailand auch ganz gut anzukommen. Besonders das Apfelmus (was aus Deutschland importiert wurde) fanden sie sehr interessant! 😉

Zuletzt haben wir hier Pizza gemacht und uns darüber amüsiert, dass die Mädels (Kellnerinnen aus dem Guesthouse) dazu tatsächlich Reis gegessen haben. Naja – Reis gehört hier eben zu jeder Mahlzeit. Das gemeinsame Kochen macht jedenfalls riesig Spaß, vor allem, wenn man dabei auch noch ein paar neue Gerichte lernt.

Demnächst muss ich mir die Zubereitung von Massaman Curry noch einmal genauer anschauen. Das ist schon seit längerem mein Thai-Lieblingsgericht, aber hier schmeckt es besonders gut (könnte an den Zimtstangen liegen, die ich neulich darin entdeckt habe).

Von den ganzen Essensfotos bekomme ich fast wieder Hunger. Dabei habe ich eigentlich eben gut – und deftig! – gegessen. Bodo hatte Linsensuppe vom Joe mitgebracht und noch verfeinert, sehr lecker. Vor allem, wenn man so etwas ewig nicht gegessen hat. Ich freue mich mittlerweile immer, wenn es einmal keinen Reis gibt. Wir Deutschen sind eben Kartoffel-Esser – da stehe ich zu. 🙂

 

Unser Kindergarten

In unserem Dorf Mae Sapok gibt es einen schönen Kindergarten, den wir regelmäßig mit unseren Gästen besuchen. Hier kommen über 30 Kinder täglich hin, um auf die Schule vorbereitet zu werden. Die Kinder – allesamt Karen – lernen hier Thai und ansatzweise auch bereits Englisch.

Die offiziellen Gelder haben nur für das Gehalt einer Erzieherin gereicht, so dass Elephant Special Tours gemeinsam mit Bee und Nai (den Inhabern von Maewin Guesthouse, wo unsere Gäste untergebracht sind) das Gehalt einer zweiten Erzieherin übernehmen. Zusätzlich ist noch mindestens eine Mutter aus dem Dorf anwesend.

Der Kindergarten liegt auf dem Weg zu unseren Elefantencamps, und so halten wir oft mit unseren Gästen dort an, um vorbei zu schauen. Die Kinder freuen sich immer riesig uns zu sehen. Oft nehmen sie einen bei der Hand, damit man mit ihnen spielen kommt.

Schön zu sehen ist auch, mit wie wenig die Kinder hier zurecht kommen. Kein neues hochmodernes Spielzeug, sondern einfache Dinge, mit denen sie sich stundenlang beschäftigen. Bälle, Malstifte, Kinderbücher… Ich habe zugegebenermaßen lange keinen deutschen Kindergarten mehr von innen gesehen, aber ich gehe davon aus, dass die Spieleauswahl dort deutlich größer ist.

Besonders schön ist es, wenn bei unseren Gästen selbst kleine Kinder dabei sind. Sie werden direkt aufgenommen und spielen zusammen, komplett ohne Sprachbarrieren – total süß anzuschauen.

Aber auch ich kann mich ohne Worte mit den Kids verständigen: witzige Selfies machen mit mir oder meinem Hut ist jedes mal ein Riesenspaß! 🙂

 

Die kleine Maus mit ihrem weißen Trachtenkleid (ihr erinnert euch? Die „weißen Karen“!) posierte zuletzt ganz besonders gerne vor der Kamera – ganz bestimmt, um euch zu zeigen, wie wunderschön die Karentrachten sind.

Sie wollte uns kaum fahren lassen, als es Zeit war „Auf Wiedersehen“ zu sagen. Und ich konnte mich nur losreissen, weil ich wusste, dass die Elefanten auf uns warteten… und dass wir in den nächsten Tagen ganz bestimmt einmal wiederkommen!

 

Ein besonders schöner Tag

Eigentlich hatte ich ein Kapitel über den Kindergarten von Mae Sapok angekündigt – das werde ich auch bald nachholen. Heute möchte ich euch aber von meinem besonders schönen Tag berichten.

Seit gestern betreue ich eine Gästegruppe mit meinem Chef Bodo, der seit letzter Woche wieder hier in Thailand ist (er wechselt sich mit seinem Sohn Roger ab). Gestern habe ich das erste Mal mit ihm zusammen gerarbeitet, bisher hatte ich nur das kurze Vergnügen bei dem Filmdreh und der Verabschiedung des großen Trecks. Bodo hat die Firma Elephant Special Tours vor 15 Jahren gegründet und natürlich eine Menge spannender Geschichten zu erzählen. Ich höre ihm gerne zu, wenn er über sein „Viehzeug“ redet.

Gestern haben wir mit den Gästen morgens die Elefanten aus dem Wald geholt, und sind u.a. durch das Flussbett zur tiefen Badestelle geritten. Heute haben wir eine große Runde gedreht: ein kleines Stück durch den Fluss, danach rauf in die Berge, auf dem Kamm entlang und dann herab am Karendorf Mae Sapok Dei vorbei. Über die Reisfelder (momentan ist es scheinbar erlaubt, da an dieser Stelle gerade kein Reis gesät ist) bis hin zu einer Stelle am Fluss, wo wir mit unserer Stiftungstour zum Elefanten-Baden gehen. Dort wartete bereits unser Fahrer mit dem Mittagessen – ein Picknick am Fluss, inmitten der Elefanten, die rundherum ebenfalls gefressen habe. Herrlich! Nach dem Essen haben wir die Elefanten dann gebadet – eigentlich mein persönliches Highlight des Tages, wie ihr wisst.

Die meisten Gäste wollten nicht ins Wasser, weil es ziemlich kalt ist – ich habe es mir natürlich nicht entgehen lassen. Auch wenn ich den Elefanten sehr gerne beim Baden zusehe, so liebe ich es jedoch noch mehr, sie selbst zu baden. Diesmal hatten wir unsere Wasserratten jedoch nicht dabei, sondern eher die Elefanten, die das Baden mehr oder weniger gerne mögen – und sich nicht so austoben wie die anderen. Mae Wan Mai, unsere hübsche Große, hat sich aber ohne zu murren von uns säubern lassen.

Sie ist wirklich ein ganz besonders toller Elefant, finde ich. Sie trägt hier auch nicht umsonst den Spitznamen „die Schöne“. Nach dem Baden am Nachmittag war das heutige Programm für unsere Gäste vorbei und der Wagen stand bereit, um uns nach Hause zu fahren. Die Mahouts reiten die Elefanten dann zurück ins Camp. Gerade als ich mich von Mae Boontong – eine unserer hübschen alten Damen – verabschiedete, rief Bodo: „Melanie, willst du mit ins Camp reiten?“ Und wie ich wollte!!!! „Dann such dir einen Elefanten aus!“ Da brauchte ich nicht lange überlegen: Mae Wan Mai! „Na dann rauf da! Aber übers Bein!“ Ohje – was bei der kleinen Salia so gut klappt ist bei der hübschen Großen eine echte Herausforderung. Aber es half ja nichts: wenn ich sie reiten wollte, musste ich da rauf. Und bevor Bodo es sich anders überlegen konnte, kletterte ich auf Mae Wan Mai, nachdem sie mir ihr Bein als Stufe anbot. Kein leichtes Unterfangen und ich bot sicherlich einen sehr unathletischen Anblick – aber verdammt ich wollte da hoch und diesen schönen Elefanten zurück ins Camp reiten.

Natürlich haben sich die Mühen sowas von gelohnt! Mit einem Dauergrinsen bin ich die gesamte Strecke ins Camp zurück geritten. Eine schöne Strecke, die ich schon zig mal zu Fuss neben den Elefanten gelaufen bin. Aber vom Rücken eines Elefanten sieht die ganze Welt noch ein bisschen schöner aus!

Heute erst hat mich wieder einer der Gäste gefragt, ob ich auch oft zum Reiten komme. Ich erzählte dann wahrheitsgemäß, dass ich hier erst einmal geritten bin und einmal Holzschieben vorgemacht habe. Und dass ich ja auch zum Arbeiten hier bin und es sich meist einfach nicht ergibt, wenn Gäste da sind. Ich sagte auch, dass es mir überhaupt nichts ausmache, dass ich nur selten reite, weil ich das nebenher laufen ebenso genieße. Und genauso habe ich das auch gemeint, als ich es erzählt habe. Ich genieße das stundenlange Laufen durch die Wälder und Felder, neben und zwischen den Dickhäutern, fast auf Augenhöhe. Aber heute habe ich mal wieder erleben dürfen, wie besonders das Reiten doch ist. Diese tollen Wesen so unmittelbar zu spüren – das ist doch noch etwas anderes. Sozusagen das Sahnehäubchen. 🙂

Ein Elefant ist natürlich permanent hungrig, er verbringt schliesslich 18 Stunden pro Tag mit Fressen. Egal ob ein Gast auf ihm sitzt oder nicht. Der Bambus am Wegesrand ist aber auch verlockend, da konnte Mae Wan Mai natürlich nicht widerstehen.

Zum Glück habe ich irgendwann daran gedacht, ihrem Mahout Buthip mein Handy runter zu reichen, so dass ich euch auch Fotos von meinem tollen Erlebnis zeigen kann. Sieht Mae Wan Mai nicht aus, als würde sie permanent lächeln? Sie ist einfach ein toller Elefant!

Als ich ins Camp geritten kam, begrüßte mich Natalie – die dort mit ihren Gästen wartete – nur mit „Grinsekatze“. Und ja, ich hatte ein breites Grinsen auf meinem Gesicht – und das habe ich immer noch!

Beim Feierabendbier auf der Bank hab ich mich bei Bodo bedankt, dass ich reiten dürfte und gesagt, wie super ich es wieder fand. Er sagte daraufhin nur: „Ich bin entsetzt, dass du bisher kaum geritten bist. Das werden wir jetzt mal ändern, wenn es in nächster Zeit passt.“ Das wäre verdammt cool. Auch wenn ich es bisher nicht vermisst habe, weil alles andere auch toll ist – es wäre schon ein weiteres Highlight.

Mit einem noch breiteren Grinsen – bei diesen tollen Aussichten – verabschiede ich mich für heute. Ich werde garantiert gut schlafen. Gute Nacht!

PS. Auf den Fotos trage ich meine neue handgewebte Karentracht. Die erste, die ich mit Elefanten gesehen habe – musste ich natürlich direkt kaufen! 😉

 

Unser Bergdorf Mae Sapok

Ich lebe hier in einem kleinen Dorf namens Mae Sapok, welches am Rande des Doi Inthanon (höchster Berg Thailands) Nationalparks liegt. Mae Sapok besteht aus drei Ortsteilen, den Karendörfern Mae Sapok Nuea, Mae Sapok Dai und einer kleinen Ansiedlung von Häusern direkt an der Hauptstraße, wo auch unsere White House Lodge liegt. Direkt gegenüber auf der Straßenseite ist der Dorfladen von Bee und Nai. Hier gibt es alles, was man auf dem Dorf benötigt.

Direkt am Laden befindet sich auch unsere „Stammkneipe“, d.h. die Feierabendbank, auf der wir uns jeden Tag ein Feierabendbier mit dem Team genehmigen. Die Basis von Elephant Special Tours ist von der Straße aus gut zu erkennen durch die bemalte Mauer. Diese haben Schulkinder vor einigen Jahren mit Elefantenmotiven bemalt als Dankeschön für die finanzielle Unterstützung.

Unsere Straße ist recht belebt, denn es ist eine von zwei Zugangsstraßen zum Doi Inthanon. Entsprechend sind hier – insbesondere am Wochenende – viele Tagesausflügler unterwegs. Ansonsten halten am Laden viele Einheimische nach der Arbeit, kommen direkt vom Reisfeld (erkennt man an den Gummistiefeln) und versorgen sich mit dem Nötigsten. Eine Tankstelle ist ebenso an den Shop von Bee und Nai angeschlossen wie ein „Baumarkt“. Von unserer Bank, direkt an der Sraße, hat man das bunte Treiben gut im Blick.

Letztens fand vor dem Shop sogar eine Promotion statt, für TRUE, einen thailändischen Handyanbieter. Da hab ich mich direkt an zuhause erinnert gefühlt: Promotion im Mae Sapok – ich war begeistert!

 

Die beiden anderen Ortsteile sehen ein wenig anders aus, als die Häuser, die an der Straße entlang gebaut sind. Es handelt sich bei Mae Sapok Nuea und Mae Sapok Daie um klassische Karendörfer.

Die Karen sind die größte ethnische Minderheit, ein Bergvolk, welches hier in Thailand lebt. Viele Karen sind Flüchtlinge aus Burma, wo sie leider verfolgt werden. Unser Dorf Mae Sapok ist jedoch kein Flüchtlingsdorf. Viele unserer Mitarbeiter, z.B. all unsere Mahouts sind Karen. Einige andere Mitarbeiter (Hauspersonal, Fahrer, Köche) sind Thai. Leider gibt es immer wieder Diskrepanzen zwischen Thais und Karen, da die Karen oft untergebuttert werden – sie sind ja „nur ein Bergvolk“ :-(.

Unser kleines Dorf wäre beinahe der Drehort zu einem berühmten Film geworden, für Rambo IV. Sylvester Stallone, der in diesem Film nicht nur die Hauptrolle besetzte, sondern auch die Regie übernahm, war es ein Anliegen, die Verfolgung der Karen in Burma publik zu machen. Da man in Burma natürlich keine Drehgenehmigung bekommt, wurde der Drehort kurzerhand in ein thailändisches Bergdorf verlegt. Mae Sapok stand hierzu in der engeren Auswahl, es wurden bereits Probeaufnahmen gemacht. Tatsächlich ist es dann jedoch ein anderes Dorf geworden – was vielleicht auch gut so ist, denn ein Filmteam bringt auch eine Menge Aufruhr in ein solch beschauliches Örtchen. Das Gute an der Geschichte ist jedoch, dass die Probeaufnahmen genug Geld eingebracht haben für große Wassertanks – Mae Sapok verfügt also über den Luxus von fließend Wasser in den Haushalten; das hat bei weitem nicht jedes Karendorf.

Ansonsten sind die Karen überwiegend Selbstversorger. Sie halten ihr Vieh (Schweine, Hühner, tlw. Kühe) unter ihren Häusern, die auf Stelzen gebaut sind. Ihre Haupt-Einnahmequelle ist der Reisanbau. Oft haben ihre Getreidespeicher (kleine Gebäude neben dem Haus) bessere Dächer als das Wohnhaus. Wenn die Menschen nass werden in der Regenzeit, ist es nicht tragisch. Wenn jedoch die Reisernte womöglich verschimmelt wegen Feuchtigkeit, wäre es eine Katastrophe.

Wir besuchen mit all unseren Gästen unser Karendorf Mae Sapok Dai und berichten über die Lebensweise der „weißen Karen“. Es gibt verschiedene Arten der Karen. In unserem Dorf leben die weißen Karen, was bedeutet, dass die jungen, unverheirateten Mädchen weiße Trachtenkleider tragen. Grundsätzlich besteht die Karentracht aus wunderschönen bunten – meist handgewebten – Trachtenoberteilen, und für die Frauen auch zusätzlich aus langen Wickelröcken.

Viele der Frauen im Dorf weben per Hand, so auch die liebe Porn, die Frau unseres Fahrers Pon. Nach einem anstrengenden Tag im Reisfeld schnallt sie sich den Webstuhl um und fertigt wunderschöne Schals, Taschen und Trachten an. Sie begrüßt uns stets freudig, wenn wir mit unseren Gästen an ihrem Haus vorbei kommen, ebenso wie ihre Tochter, ihre Mutter (die süße Omi, die die Ketten verkauft), die Söhne und die Enkel. Porn ist die Tochter des Bürgermeisters, somit hat unser Fahrer Pon (übrigens ein Thai und das ist sehr selten, dass ein Thai eine Karen heiratet) eine gute Partie gemacht. Bei den Karen haben übrigens die Frauen das Sagen, anders als bei den Thais, wo die Männer die Familienoberhäupter sind.

Einer unserer Ober-Mahouts, Sinchai, lebt ebenfalls mit seiner Frau und dem kleinen Sohn in Mae Sapok Dei. A propos Kinder: dem Kindergarten von Mae Sapok widme ich gerne ein eigenes Kapitel – beim nächsten Mal! Auch diesen besuchen wir regelmäßig mit unseren Gästen, weil er von Elephant Special Tours unterstützt wird.

Die strahlenden Kinderaugen sind einfach unbezahlbar!

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Neues aus dem Elefantencamp

Wenn es nach mir ginge, könnte ich euch täglich einfach nur zig Fotos von badenen Elefanten zeigen, denn diese Faszination lässt für mich einfach nicht nach. Immer wieder zücke ich mein iphone an der Badestelle. Mittlerweile auch im Dienste der Firma, da ich Fotos für unsere Facebookseite benötige, die ich pflege. Es gehört also zu meinem Job.

Besonders die Geschwister Salia (10 Jahre) und Phu Chapo (14 Jahre) sind richtige Wasserratten – es sind übrigens die älteren Geschwister von unserem kleinen Racker Jack, und alles Kälber unserer Leitkuh Mae Gaeo. Ihre Freundin Mae Dou hat diesmal gemeinsam mit den beiden im Wasser getobt. Wenn der kleine Jack dabei ist, passt sie jedoch lieber auf ihn auf. Sie hat bisher leider kein eigenes Kalb, aber sie hätte gerne eines und betütelt Jack mehr als seine eigene Mutter. Sehr süß. Diesmal waren Jack und seine Mutter jedoch nicht mit uns an der Badestelle, so dass Mae Dou ausgelassen mit den Teenagern im Wasser getobt ist.

Sie tauchen unter, planschen auf der Wasseroberfläche, spritzen alles und jeden mit dem Rüssel nass – einfach herrlich. Dass Elefanten komplett unter Wasser tauchen ist übrigens ein großer Vertrauensbeweis, denn Untertauchen bedeutet Kontrollverlust und das machen Elefanten nur, wenn sie sich in ihrem Umfeld sehr wohl fühlen und den Menschen vertrauen. Mae Wan Mai (auf dem letzten Foto oben ganz rechts) betrachtet das Treiben der jungen Wilden, traut sich aber noch nicht so richtig mitzumischen. Sie (Ende 20) ist erst seit Mai 2015 bei Elephant Special Tours und war davor in einem Camp, in dem sie sehr hart arbeiten musste. Mae Wan Mai ist ein ganz toller Elefant, wunderschön und sie hat einen tollen Charakter. Auch wenn es mir eigentlich schwerfällt, hier einen Liebling zu benennen, so ist sie gaaaanz weit vorne! 😉

Unser großer Bulle Puh Sii schaut sich das ganze Treiben relaxt an und frisst lieber anstatt herumzutoben. Aus dem Alter ist er auch langsam raus mit seinen über 50 Jahren. Er taucht meist nur kurz unter, wenn das Kommando des Mahouts ertönt, um kurz darauf wieder aufzustehen, am Ufer nach Futter zu suchen und seelenruhig zu fressen. Während man die anderen manchmal kaum aus dem Wasser bekommt, weil sie es so genießen.

Es gibt eigentlich nur noch eine Sache, die bei den jungen Elefanten noch beliebter ist als die Badestelle: die Schlammgrube im Camp.

Sie ist tatsächlich nur sehr klein und eigentlich Jacks Stammplatz. Aber seine Geschwister Salia und Phu Chapo lieben das Schlammbad ebenfalls und somit quetschen sich manchmal auch drei bis vier Elefanten gleichzeitig in die kleine Schlammkuhle. Am liebsten natürlich, nachdem sie frisch gebadet sind! Aber immerhin sitzen keine Gäste drauf! 🙂

A propos: wie kommen die Gäste auf die Elefanten? Ja, so ein Elefant ist doch recht groß und es ist kein ganz leichtes Unterfangen, auf ihm Platz zu nehmen. Es gibt verschiedene Aufstiegsmöglichkeiten, doch wir praktizieren mit unseren Gästen eigentlich meist nur eine: von vorne über den Kopf aufsteigen. Dazu neigt der Elefant seinen Kopf, man springt mit einem Bocksprung darauf und der Elefant hebt einen hoch. Nun muss man sich auf dem Elefanten noch drehen, denn man möchte schließlich nicht rückwärts reiten. Dies erfordert ein wenig Balance, jedoch helfe ich z.B. den Gästen von unten, indem ich ihr Bein festhalte, damit sie während des Drehens nicht herunterfallen. Bei den folgenden Fotos macht es die Praktikantin natürlich den Gästen erstmal vor! 😉

Man braucht übrigens keine Angst haben, dass es den Elefanten weh tut oder man zu schwer ist. Elefanten haben eine wahnsinnige Muskulatur im Nacken und können dort bis zu 500 kg transportieren – mehr als auf ihrem Rücken. Wir sind also ein Fliegengewicht für sie.

Eine weitere Art aufzusteigen ist über den Rüssel. Nicht unbedingt meine Lieblingsaufsteigetaktik, da muss schon mal einer nachhelfen von unten.

Die dritte Möglichkeit aufzusteigen ist seitlich über das Bein. Der Elefant hebt sein Vorderbein ein wenig als Trittstufe und dann zieht man sich seitlich hoch. Das klappt bei mir ganz gut – zumindest bei unserer Salia. Bei unserem Größten Phu Sii würde das schon anders aussehen. Der Vorteil an dieser Aufsteigetechnik: man sitzt direkt richtig herum und muss sich nicht erst auf dem Elefanten drehen!

Egal wie: wenn man einmal oben ist, dann ist es toll – die Mühe lohnt sich also!

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So, meine Lieben. Die Theorie sollte nun soweit klar sein… für die Praxis müsstet ihr hier her kommen, dann üben wir ein wenig. Ich helfe euch auch, versprochen! 🙂 Und wer lange genug bleibt, bekommt bei Elephant Special Tours einen Elefantenführerschein! Wenn das mal kein Anreiz ist…

Bis bald!

 

 

 

Sabaai dii pii mai

„Ein Frohes Neues Jahr“ wünsche ich euch allen. Dies ist einer der wenigen Thai-Sätze, die ich bisher beherrsche. Ebenso natürlich „Prost“ oder „Prost auf ein Frohes Neues Jahr“ und ganz wichtig: „Nein, danke, ich möchte nicht“ oder „nur ein kleines bißchen“ – diese Sätze habe ich mir für die abendlichen Schnapsrunden schnell eingeprägt. Es funktioniert noch nicht immer, aber immer öfters.

Wir haben ein paar schöne letzte Tage des alten Jahres mit unseren Gästen des Weihnachtsspecials verbracht. Lange und ausgiebige Ausritte rund um unser Tal. Ich selbst habe auch mal wieder auf einem Elefanten sitzen dürfen: einmal beim Holz schieben, was ich gemeinsam mit Roger den Gästen gezeigt habe und ein anderes mal beim Aufzeigen der verschiedenen Aufstiegsmöglichkeiten auf den Elefanten. Hierzu ein anderes mal mehr im Kapitel „Praktikantenalltag“, vorab nur bereits ein kleiner Vorgeschmack mit Fotos.

Foto 1: Baumstammschieben auf Mae Wan Mai mit Roger auf Phu Sii,   Foto 2: Kuscheln mit Salia

Während sich die Elefantentage für unsere Weihnachtsgäste dem Ende näherten, haben wir alle gemeinsam einen schönen Sylvesterabend auf unserer White Lodge verbracht. Es gab eine Art Thai-Raclette und Sticky Reis aus dem Bambus – sehr lecker.

Wie fast an allen allen vorherigen Abenden, wechselten wir jedoch schnell von den Essenstischen an das gemütlichere Lagerfeuer. Diesmal an der neuen Feuerstelle in unserem großen Garten der zur Lodge gehört. Die Musik einer Karenband sorgte für gute Stimmung und ließ die Zeit schnell vergehen.

Roger hatte im Vorfeld entschieden, Sylvester auf 21 Uhr vorzuziehen, weil er meinte, die Thais halten nicht bis 0 Uhr durch. Gefühlt ist es hier sowieso immer später als die tatsächliche Uhrzeit, da es um 18 Uhr dunkel wird und schnell stockfinster ist. Bis auf den atemberaubenden Sternenhimmel, den man hier in den Bergen leuchten sieht. Also wurde um 21 Uhr ein Feuerwerk gezündet und die „Lucky Balloons“ mit den Gästen steigen gelassen.

Beim wirklichen Sylvester um 0 Uhr waren dann tatsächlich nur noch eine handvoll Gäste sowie Noah, Marius und ich anwesend – die Gitarre wanderte mittlerweile umher, weil die Musiker Feierabend hatten. Eine gemütliche kleine Runde, mit der wir ins neue Jahr gestartet sind. Das deutsche Sylvester habe ich leider verschlafen, bzw. mein Wecker klingelte um kurz danach (deutsche Zeit 1 Uhr, zu meiner Zeit 7 Uhr). Denn während ihr alle noch eifrig am Feiern ward, begann für mich der neue Arbeitstag.

Für unsere Gäste war es der letzte Tag im Elefantencamp, gekrönt durch eine Abschiedsparty mit den Mahouts und unserem gesamten Personal und der Aushändigung der „Elefanten-Führerscheine“.

Foto 1: Rogers und meine Gruppe, Foto 2: Marius und Noahs Gruppe, Foto 3: BBQ, Foto 4: Betreuer /  Elefantentrainer

Danach hieß es für unsere Gäste dann Abschied nehmen von den Elefanten. Dies war teilweise sehr tränenreich und – wie die meisten von euch wissen, verdrücke ich mir auch sehr schnell mal ein paar Tränchen – ich musste mich zusammenreissen, dass ich nicht bei jedem mitweine. Es hat mir einen klitzekleinen Vorgeschmack darauf gegeben, was mich Ende April erwartet. ABER darüber werde ich jetzt noch nicht nachdenken – ich habe schließlich noch 4 Monate vor mir.

Bevor wir unsere Gäste am Samstagmorgen verabschiedet haben, gab es noch eine Segnung von unserem Zeremonienmeister Muag. (Bei den Gästen besser bekannt als Schnapsminister. Bei ihm ist es immer am schwersten dem Reisschnaps zu entkommen, gelingt mir nur selten!) Auf unserer Terrasse auf der White Lodge hat jeder Gast Armbänder (bestehend aus 9 einzelnen Fäden) mit einer feierlichen Ansprache – die wir leider nicht verstanden haben – umgebunden bekommen. Diese Armbänder bringen Glück und Segen für das neue Jahr. Wie ich später nachgelesen habe, heißen die Armbänder Sai Sin oder gesegnete „9-Tage-und-9-Nächte-Glücksarmbänder“. Auch ich bin von unserem Muag gesegnet worden und trage nun ein Armband. Man soll dieses so lange tragen, bis es von alleine abfällt.

Kurz darauf war es Zeit, sich von unseren Gästen zu verabschieden, die sich nun in alle Himmelsrichtungen verstreut haben. Ich bin mit dem ersten Minibus an Gästen mit nach Chiang Mai gefahren und habe das Wochenende gemeinsam mit Franzi – eine unserer Gäste aus Bayern – dort verbracht.

Chiang Mai war wie immer schön – aber auch wieder ein wenig trubelig, wenn man vom Land kommt. Ich mag es immer wieder in die quirlige Stadt zu kommen, aber ich freue mich nach dem Wochenende dann auch jedes mal aufs Neue auf unser ruhiges und beschauliches Bergdorf.

Gewohnt habe ich diesmal im „la mer“ Guesthouse, einer schönen Unterkunft, die ich von meinen Aufenthalten der letzten Jahre bereits kenne. Direkt gegenüber gibt es eines der besten Frühstücke in Chiang Mai bei „nice kitchen“. Das Essen war einer der Hauptgründe, warum es mich an diesem Wochenende in die Stadt zog. Ich konnte zwischenzeitlich keinen Reis mehr sehen und brauchte dringend mal was anderes.

Und nun dürft ihr mal raten, wo wir abends essen waren?!?! 🙂

Ja – im German Beer Garden. Ein unfassbar leckeres Wiener Schnitzel mit Kartoffelsalat… das hat mich ganz schön glücklich gemacht, kann ich euch sagen! Da konnte ich (fast) darüber hinwegsehen, dass das Hauptklientel aus dicken, weißen, älteren Herren mit Hosenträgern bestand – scheinbar dem Proto-Deutschen. Wie dem auch sei: das Essen war vorzüglich und ich habe es sehr genossen. So sehr, dass wir am nächsten Morgen zum Frühstück tatsächlich wiedergekommen sind… und das heißt bei mir schon etwas, wenn ich das Frühstück im „Nice kitchen“ ausschlage.

Und während wir uns noch darüber amüsiert haben, wieviele Menschen beim Frühstück bereits Sekt trinken, kam der Kellner an den Tisch und servierte mir einen solchen. Dieser sei bei meinem Frühstück inklusive. Ich war mir zwar fast sicher, dass er sich vertan hat – aber wieso lange protestieren… der Sekt hat geschmeckt, auch am Morgen! 🙂

Somit waren wir gut gestärkt für den Tag, denn wir wollten hoch zum Tempel auf den Doi Suthep. Mit einem Songthaew (Sammeltaxi) fuhren wir vom NorthGate die kurvige Straße ca. 30 min. hinauf zu der imposanten Tempelanlage, von der man einen wunderschönen Blick über ganz Chiang Mai genießen kann.

Wir haben alle Rituale der Buddhisten mitgemacht, u.a. drei Runden betend um den Chedi (goldene Kuppel siehe Foto) laufen und uns auf dem Tuch verewigt, welches später um den Chedi gewickelt wird. Und ich habe mein eigenes kleines Ritual durchgeführt, was ich in Tempel (oder auch Kirchen) vollziehe: zwei Kerzen angezündet, eine um die lieben Lebenden zu beschützen und eine für die friedliche Ruhe der lieben Verstorbenen.

Leider war es an diesem Sonntag ziemlich voll auf dem Doi Suthep, denn neben etlichen Touristen waren auch viele gläubige Buddhisten zu Neujahr im Tempel. Da die Anlage jedoch riesig ist, verlief es sich an einigen Ecken ein wenig. In einer kleinen Gebetshalle, in die wir vorsichtig hereinlugten, war es menschenleer, als uns ein Mönch zu sich heran winkte. Er legte uns ein Sai Sin-Armband an und sprach dabei seinen Segen. Wow – nun bin ich doppelt gesegnet – was kann da noch schief gehen in diesem Jahr? Eigentlich nichts!

Am Nachmittag zog es uns dann auf die „Sunday Market Walking Street“. Neben einem leckeren Smoothie haben wir verschiedene Snacks ausprobiert – das Frühstück war schließlich schon eine ganze Weile her.

Nach erfolgreichem Shoppen wurde es uns irgendwann zu voll auf dem Markt, das Geschiebe wurde zu vorgerückter Stunde einfach zu anstrengend. Beeindruckend fand ich jedoch wieder, dass nach einer Lautsprecher-Durchsage (von den Tempeln kommend) das gesamte Treiben um 18 Uhr für eine Minute still stand und sich kein Mensch rührte. Eine Art Schweigeminute (genauer habe ich es noch nicht verstanden) und das Menschengewusel erstarrte umgehend – um kurz darauf wieder erneut loszuwuseln. Ein ganz besonderer Moment des Innehaltens, wie ich finde!

Am Abend hieß es dann Abschied nehmen von Franzi – mit einem Cocktail! Ich wollte nicht zu spät ins Bett, da ich wusste, dass mein Wecker mich heute früh um 6 Uhr wecken wird. Natalie, die gestern aus dem Urlaub zurückgekommen ist, hat mich um 7 Uhr am Tapae Gate in Chiang Mai aufgegabelt, damit wir pünktlich zum Arbeitsbeginn in Mae Sapok ankommen.

Chiang Mai ist am frühen Morgen wunderbar ruhig. Überall begegnen einem die Mönche in ihren leuchtend-orangenen Gewändern, die ein Strahlen in das trübe Morgenlicht bringen. Sie sammeln ihre Almosen um diese frühe Uhrzeit auf den Straßen der Stadt.

Für die Gläubigen ist es eine große Ehre, den Mönchen Speisen spenden zu dürfen, da sie dadurch gutes Karma sammeln. Somit bedankt sich auch nicht der Mönch bei den Spendern, sondern der Spender bei den Mönchen mit einem Wai (gefaltete Hände), dafür dass ihm diese Ehre zuteil wird.

In Mae Sapok angekommen, begrüßten wir heute 12 neue Gäste (also 6 pro Gruppe) für 2-3 Tage. Da Natalie noch ein wenig jetlag-geplagt war, durfte ich den heutigen Einführungstag so gut wie komplett alleine gestalten, das war auch einmal schön. Kenne ich bisher nur von der Tongbai-Stiftungstour, aber diese ist komplett anders, weil die Elefanten dort nicht geritten werden. Es hat Spaß gemacht und die Gäste sind auch allesamt sehr nett. Bei den Kurzzeitgästen baut man natürlich nicht so eine Bindung auf, wie bei den Gästen, die uns nun 11 Tage und vor allem Weihnachten und Sylvester begleitet haben.

Es ist aber auch mal wieder schön, einen gemütlichen Abend „zuhause“ zu verbringen und zu schreiben. Dies ist in den letzten Tagen deshalb etwas zu kurz gekommen, weil ich gerne meine Abende mit den Weihnachtsgästen am Lagerfeuer oder beim Kartenspielen verbracht habe. Nun ist wieder mehr Zeit für andere Dinge – eben alles zu seiner Zeit!