Unser Bergdorf Mae Sapok

Ich lebe hier in einem kleinen Dorf namens Mae Sapok, welches am Rande des Doi Inthanon (höchster Berg Thailands) Nationalparks liegt. Mae Sapok besteht aus drei Ortsteilen, den Karendörfern Mae Sapok Nuea, Mae Sapok Dai und einer kleinen Ansiedlung von Häusern direkt an der Hauptstraße, wo auch unsere White House Lodge liegt. Direkt gegenüber auf der Straßenseite ist der Dorfladen von Bee und Nai. Hier gibt es alles, was man auf dem Dorf benötigt.

Direkt am Laden befindet sich auch unsere „Stammkneipe“, d.h. die Feierabendbank, auf der wir uns jeden Tag ein Feierabendbier mit dem Team genehmigen. Die Basis von Elephant Special Tours ist von der Straße aus gut zu erkennen durch die bemalte Mauer. Diese haben Schulkinder vor einigen Jahren mit Elefantenmotiven bemalt als Dankeschön für die finanzielle Unterstützung.

Unsere Straße ist recht belebt, denn es ist eine von zwei Zugangsstraßen zum Doi Inthanon. Entsprechend sind hier – insbesondere am Wochenende – viele Tagesausflügler unterwegs. Ansonsten halten am Laden viele Einheimische nach der Arbeit, kommen direkt vom Reisfeld (erkennt man an den Gummistiefeln) und versorgen sich mit dem Nötigsten. Eine Tankstelle ist ebenso an den Shop von Bee und Nai angeschlossen wie ein „Baumarkt“. Von unserer Bank, direkt an der Sraße, hat man das bunte Treiben gut im Blick.

Letztens fand vor dem Shop sogar eine Promotion statt, für TRUE, einen thailändischen Handyanbieter. Da hab ich mich direkt an zuhause erinnert gefühlt: Promotion im Mae Sapok – ich war begeistert!

 

Die beiden anderen Ortsteile sehen ein wenig anders aus, als die Häuser, die an der Straße entlang gebaut sind. Es handelt sich bei Mae Sapok Nuea und Mae Sapok Daie um klassische Karendörfer.

Die Karen sind die größte ethnische Minderheit, ein Bergvolk, welches hier in Thailand lebt. Viele Karen sind Flüchtlinge aus Burma, wo sie leider verfolgt werden. Unser Dorf Mae Sapok ist jedoch kein Flüchtlingsdorf. Viele unserer Mitarbeiter, z.B. all unsere Mahouts sind Karen. Einige andere Mitarbeiter (Hauspersonal, Fahrer, Köche) sind Thai. Leider gibt es immer wieder Diskrepanzen zwischen Thais und Karen, da die Karen oft untergebuttert werden – sie sind ja „nur ein Bergvolk“ :-(.

Unser kleines Dorf wäre beinahe der Drehort zu einem berühmten Film geworden, für Rambo IV. Sylvester Stallone, der in diesem Film nicht nur die Hauptrolle besetzte, sondern auch die Regie übernahm, war es ein Anliegen, die Verfolgung der Karen in Burma publik zu machen. Da man in Burma natürlich keine Drehgenehmigung bekommt, wurde der Drehort kurzerhand in ein thailändisches Bergdorf verlegt. Mae Sapok stand hierzu in der engeren Auswahl, es wurden bereits Probeaufnahmen gemacht. Tatsächlich ist es dann jedoch ein anderes Dorf geworden – was vielleicht auch gut so ist, denn ein Filmteam bringt auch eine Menge Aufruhr in ein solch beschauliches Örtchen. Das Gute an der Geschichte ist jedoch, dass die Probeaufnahmen genug Geld eingebracht haben für große Wassertanks – Mae Sapok verfügt also über den Luxus von fließend Wasser in den Haushalten; das hat bei weitem nicht jedes Karendorf.

Ansonsten sind die Karen überwiegend Selbstversorger. Sie halten ihr Vieh (Schweine, Hühner, tlw. Kühe) unter ihren Häusern, die auf Stelzen gebaut sind. Ihre Haupt-Einnahmequelle ist der Reisanbau. Oft haben ihre Getreidespeicher (kleine Gebäude neben dem Haus) bessere Dächer als das Wohnhaus. Wenn die Menschen nass werden in der Regenzeit, ist es nicht tragisch. Wenn jedoch die Reisernte womöglich verschimmelt wegen Feuchtigkeit, wäre es eine Katastrophe.

Wir besuchen mit all unseren Gästen unser Karendorf Mae Sapok Dai und berichten über die Lebensweise der „weißen Karen“. Es gibt verschiedene Arten der Karen. In unserem Dorf leben die weißen Karen, was bedeutet, dass die jungen, unverheirateten Mädchen weiße Trachtenkleider tragen. Grundsätzlich besteht die Karentracht aus wunderschönen bunten – meist handgewebten – Trachtenoberteilen, und für die Frauen auch zusätzlich aus langen Wickelröcken.

Viele der Frauen im Dorf weben per Hand, so auch die liebe Porn, die Frau unseres Fahrers Pon. Nach einem anstrengenden Tag im Reisfeld schnallt sie sich den Webstuhl um und fertigt wunderschöne Schals, Taschen und Trachten an. Sie begrüßt uns stets freudig, wenn wir mit unseren Gästen an ihrem Haus vorbei kommen, ebenso wie ihre Tochter, ihre Mutter (die süße Omi, die die Ketten verkauft), die Söhne und die Enkel. Porn ist die Tochter des Bürgermeisters, somit hat unser Fahrer Pon (übrigens ein Thai und das ist sehr selten, dass ein Thai eine Karen heiratet) eine gute Partie gemacht. Bei den Karen haben übrigens die Frauen das Sagen, anders als bei den Thais, wo die Männer die Familienoberhäupter sind.

Einer unserer Ober-Mahouts, Sinchai, lebt ebenfalls mit seiner Frau und dem kleinen Sohn in Mae Sapok Dei. A propos Kinder: dem Kindergarten von Mae Sapok widme ich gerne ein eigenes Kapitel – beim nächsten Mal! Auch diesen besuchen wir regelmäßig mit unseren Gästen, weil er von Elephant Special Tours unterstützt wird.

Die strahlenden Kinderaugen sind einfach unbezahlbar!

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