Die Ereignisse überschlagen sich

In den vergangenen Wochen hat sich viel ereignet und ich habe hunderte Fotos, die ich gerne mit euch teilen würde – aber keine Sorge, ich beschränke mich auf eine Auswahl. Zunächst hatten wir ein aufwändiges Fotoshooting für Bodos neustes Projekt: eine kurze aber sehr luxuriöse Trecking-Tour für zwei Personen.

Dafür hat er vor einiger Zeit ein Zelt angeschafft, welches ich nun einrichten dürfte mit Möbeln, Stoffen, Deko, usw. Dafür war ich mit unserem Fahrer Pon zwei Tage lang in Chiang Mai und Umgebung unterwegs in sämtlichen Baumärkten, Deko- und Haushaltsläden. Im Land des Plastiks stellte es sich als besondere Herausforderung dar, eine weiße Stofftischdecke zu besorgen; es wimmelte überall nur von Plastik- und Lackdecken (allerdings auch in Spitzenoptik). Auch die banale Besorgung weißer Bettwäsche erwies sich als nicht ganz einfach, da ich schlichtweg nicht wusste, dass man in einem Set (und es gibt nur Sets!) immer nur zwei normale Kissenbezüge, zwei Kissenrollenbezüge und ein Bettlaken bekommt, nie aber einen Bettüberzug. Durch den Shoppingtrip habe ich aber wieder interessante Einblicke in den Alltag der Thais bekommen und Läden gesehen, die man als Tourist nie sehen würde – es war also spannend.

Mit dem Ergebnis war ich jedenfalls zufrieden und somit war das Zelt fertig eingerichtet und dekoriert, als der Fotograf kam. Auch drei unserer Elefanten hatten wir in unseren Garten bestellt – schließlich dreht es sich bei dem Fotoshooting um einen exklusiven Romantik-Treck mit Elefanten. Als Pärchen wurden Noah und ich als „Models“ für gut befunden, denn eigentlich sind wir alle nur das Beiwerk für die Elefanten.

Bei dem Fotoshooting hatten wir eine Menge Spaß und es sind ein paar wirklich tolle Fotos dabei rausgekommen. Ich persönlich würde unsere neue Tour sofort buchen! 😉

Zuschauer hatten wir zu vorgerückter Stunde auch eine ganze Menge. Als Natalie mit ihren Gästen aus dem Camp zurückkam, war das Shooting gerade in vollem Gange. Also wurde kurzerhand Sang Sorm besorgt und einige Knabbereien. Während Bhu und Morn, unser Serviceteam, noch posierte, hatten alle anderen beste Unterhaltung.

Den feuchtfröhlichen Abend mit den Gästen haben wir dann in kleiner Runde nur unter Kollegen am Lagerfeuer ausklingen lassen. Schließlich muss man es doch ausnutzen, wenn die Elefanten bei uns im Garten übernachten. Die Jungs haben kurzerhand überlegt im Freiem zu schlafen – und ich habe mich spontan für das Zelt entschieden. Schließlich muss ich doch testen, was wir unseren Gästen zukünftig anbieten! 😉

Ich kann euch sagen: es war fantastisch. Die ganze Nacht über die Elefanten hautnah zu spüren und zu hören, ist einfach ein unbeschreibliches Gefühl. Da habe ich einen ganz kleinen Vorgeschmack auf das bekommen, was mich Anfang April erwartet: unser großer Treck (der ist jedoch weit weniger luxuriös)! Als der Morgen dämmerte, sah ich als erstes Mae Gaeo II und Phu Khamün durch das Fenster des Zeltes – vom Bett aus. Was will  man mehr? Aber es kam noch besser. Nachdem ich diesen Moment ausgiebig in mich aufgesaugt hatte, verließ ich das Zelt und stieß zunächst auf einen verdutzten Hund: Doub ist es auch nicht gewöhnt, dass Elefanten in unserem Garten übernachten. In der Küche bereitete ich mir einen Kaffee zu und setze mich auf die Terrasse, um den morgendlichen Anblick über das Tal zu genießen.

Und während ich dort saß und die aufregende Nacht Revue passieren ließ, kam Phu Khamün mit seinem Mahout an der Terrasse vorbei spaziert. Meko, sein Mahout, versorgte ihn mit frischem Wasser aus dem Gartenschlauch. Kurz darauf wurde Yaya, unsere 10-jährige von ihrem Mahout Nu ebenfalls zum Wasser geführt, direkt an unserer Terrasse. Dieser Moment war einfach perfekt. Mich durchströmte ein warmes Glücksgefühl und mir schossen Tränen vor Freude in die Augen. Ich war (und bin es immer noch) dankbar, dass ich dieses wunderschönen Augenblick erleben dürfte. Ein perfekter Start in den Tag nach einer spannenden Nacht!

Ansonsten gab es in letzter Zeit noch einige andere tolle Projekte! Zum Beispiel Melonen schnitzen und Torte basteln für Salias 10. Geburtstag. Sie ist das erstgeborene Kalb in unserem Camp und somit haben Natalie und ich uns für ihren Geburtstag etwas besonderes einfallen lassen.

Oder das Veterinärsprojekt unserer Tong Bai Stiftung, wo ich regelmäßig die Baufortschritte dokumentiere und ein Schild entwickelt und aufgehangen habe. Bei dem Vet-Point handelt es sich wirklich um ein tolles Projekt, was momentan aus Spendengeldern der Stiftung finanziert wird. Gebaut wird eine Plattform mit Seilzugvorrichtung und jeglicher Ausstattung, um Elefanten zukünftig hier vor Ort behandeln zu lassen und ihnen den LKW-Transport nach Lampang zu ersparen. Die Behandlung von Elefanten ist in Thailand generell kostenlos (weil die Dickhäuter in diesem Land einen sehr hohen Stellenwert genießen), der Transport jedoch aufwändig und stressbelastet für den Elefanten. Unsere – im Bau befindliche – Vet-Station kommt dabei nicht nur unseren Elefanten zugute, sondern allen hier im Mae Wang Tal (und das sind sehr viele).

Natürlich war ich auch in der Zwischenzeit immer wieder im Dorf Mae Sapok Dei und im Kindergarten. Neulich wurde ich mit einem Gast im Dorf zum Essen eingeladen. Wir wollten nicht unhöflich sein, da die alte Dame mit ihrem zahnlosen Lächeln so herzlich gefragt hatte – wobei es für uns Farangs ein wenig gewöhnungsbedürftig war mit der Katze aus einem Topf zu essen. Rechtzeitig vor dem Reisschnaps gelang es uns jedoch, uns zu verabschieden.

A propos Schnaps: es gab auch einige lustige Abende mit den Kollegen: bei uns auf dem Hof oder in der Karaokebar zwei Orte weiter, oder mit den Mahouts im Camp, wo wir Marius´ Geburtstag gefeiert haben.

Und ein gemütliches Abendessen am Fluss, wo ich mir auf dem Rückweg interessante neue Ansätze zum Thema Ladungssicherheit für die Cologne Promotion Logistik abschauen konnte.

Meinen letzten freien Sonntag habe ich nicht in Chiang Mai verbracht -schließlich waren meine Freunde bereits abgereist. Ich hatte dennoch einen tollen Tag! Morgens bin ich  spontan mit Roger und einigen Mahouts nach Lampang gefahren (ca. 1,5 Stunden Fahrt), um unseren Bullen Phu Sii im Krankenhaus zu besuchen. Er ist am Bein verletzt und muss dort behandelt werden – da unser Vet-Point noch nicht fertig ist. Bei der Gelegenheit bin ich mal wieder ins Thai Elephant Conservation Center gekommen, wo ich vor zwei Jahren für ein paar Tage war, um einen Mahout-Kurs zu machen.Und ich habe auch das kleine privat geführte Krankenhaus von Soraida „Friends of the Asian Elephant“ (FAE) wieder besucht, wo ich 2011 im Rahmen meines Thailand-Trips war. Dort steht der medienbekannte Elefant, Mosha, ein Minenopfer, für den man eine Beinprothese angefertigt hatte. Es war schön, sie einmal wiederzusehen.

A propos Wiedersehen: am Nachmittag hatte ich noch ein ganz besonders tolles Erlebnis. Seit einiger Zeit bin ich auf der Suche nach meinem „alten“ Elefanten von vor 3 Jahren. Damals hatte ich einen Tag mit meiner Mutter in einem Camp verbracht und wir haben uns um unseren Elefanten Mae Campai gekümmert, die damals tragend war. Als ich ein Jahr später wieder in Thailand war – u.a. zum Mahout-Kurs in Lampang – wollte ich unbedingt unseren Elefanten wiedersehen und das Kalb kennenlernen. Als ich dachte, das Camp ausfindig gemacht zu haben (es gibt leider hunderte Camps hier im Norden), und einen Tagestrip dorthin buchte, stellte sich vor Ort heraus, dass es das falsche war. Ich war ziemlich enttäuscht, da ich mich sehr auf meinen Elefanten gefreut hatte.

Da ich wusste, dass ich momentan zumindest in demselben Tal, in Mae Wang lebe, habe ich mich hier auch direkt umgehört, ob jemand das Camp und den Elefanten kennt. Bewaffnet mit alten Fotos habe ich Sinchai, einen unserer Obermahouts gefragt, der nahezu jeden Elefanten kennt. Und tatsächlich: er kannte Elefant und Mahout und wollte mit mir gemeinsam in das Camp fahren, um ihn zu besuchen. Sonntagnachmittag war es dann soweit. Ich habe meine Mae Campai wiedergesehen und ihr hübsches Mädchen Pairin kennengelernt. Es war ein bewegender Moment, denn sie ist immer noch ein ganz besonderer Elefant für mich. Sie ist übrigens auch der Elefant auf dem Titelbild dieses Blogs. Und sie ist nicht unschuldig daran, dass ich hier bin, denn durch sie habe ich mich erst richtig in diese wunderschönen Riesen verliebt und wollte immer mehr und mehr Zeit mit ihnen verbringen.

A propos verliebt: ich muss zugeben, dass ich mich diese Woche erneut ziemlich verliebt habe! Nachdem ich hier schon viele, viele Elefanten kennenlernen dürfte, wollte ich doch unbedingt einmal ein ganz kleines Kalb aus nächster Nähe sehen. Unser Jack – mit seinen knapp 3 Jahren – ist schon sehr süß. Und Pairin, mit ihren 2,5 Jahren ist ein hübsches Riesenbaby, sogar deutlich größer als Jack. Ich träumte von einem klitzekleinen Kalb, und habe erfahren, dass das jüngste Kalb hier in der näheren Umgebung 5 Monate alt ist. Das wollte ich unbedingt kennenlernen. Und diese Woche war es dann soweit!

Ist sie nicht entzückend, mit ihrer Mecki-Frisur? Ich bin mir sicher, euch geht es wie mir, und ihr seid hin und weg von ihr. Und ich wünschte, ich könnte euch die Videos hier zeigen, wie sie versucht aufzustehen oder wie sie ihren Rüssel als Propeller benutzt, weil sie noch nicht richtig damit umzugehen weiß. Sie ist einfach herrlich, ich könnte ihr stundenlang zusehen!

So, nun habt ihr ein paar Elefantenfotos auf Vorrat, denn die nächsten Fotos werden wahrscheinlich Strand, Meer und Palmen beinhalten. Aber immerhin von der Insel Koh Chang (Chang bedeutet Elefant). Ich kann es kaum erwarten: meine Mutter und meine Tante kommen mich besuchen! Morgen fliege ich nach Bangkok, wo ich die beiden Sonntagfrüh am Flughafen abhole. Nach einem Tag in der Hauptstadt fliegen wir dann am Montag nach Trat, wo wir mit der Fähre nach Koh Chang übersetzen. Und nach ein paar Strandtagen kommen wir gemeinsam zurück nach Chiang Mai und später dann nach Mae Sapok, wo die beiden die 3-tägige Elefantentour mitmachen! Das wird toll!!!

2 Gedanken zu “Die Ereignisse überschlagen sich

  1. Süße, es ist unglaublich wie berührend deine Worte und Bilder sind. Da kommt so viel Energie rüber. Ich habe beim Lesen wirklich oft Tränen in den Augen, weil ich nachempfinden kann was du meinst. So schön, dass du so viele Glücksmomente erlebst. Dein Zelt ist der Hammer!! Da würde ich sofort übernachten wollen. Echt schön. Und das Elefantenbaby: OMG, nur süß ❤

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