Abschied und Home Sweet Home

Nachdem ich nun seit knapp 4 Wochen wieder im Lande bin, muss ich endlich mal mit meinem Blog nachkommen bzw. meinen Erlebnisbericht beenden. In meiner letzten Woche in Mae Sapok hatte ich noch einige intensive Elefantenmomente. Gemeinsam mit Natalie betreute ich in meinen letzten Tagen eine kleine Gruppe, bei der ich selbst mitreiten konnte. Ich bin Mae Gaeo II geritten, unsere liebe alte Dame, die ich sehr ins Herz geschlossen habe (und die sich mittlerweile auch auf meinem Bein befindet).

Und natürlich gehörte auch das ausgiebige Baden dazu. Auch wenn das Wasser an dieser Stelle im Fluss kaum noch ein vernünftiges Baden hergibt, hatten wir jede Menge Spaß – inklusive Schlammbad für Elefanten und Menschen. Tatsächlich ist an meinem letzten Tag in Mae Sapok dann doch noch der lang ersehnte Regen gekommen – als ich gerade mit Mae Boontong unterwegs war. Mittlerweile herrschten täglich Temperaturen von über 40 Grad, so dass sich alle über den erfrischenden Regen gefreut haben.

Die Flusstour habe ich am meisten genossen, durch die Bambuswälder und Bäume an denen Luffa-Schwämme wachsen. Dort, wo das Glück – in Form von 4-blättrigen Kleeblättern – überall zu finden ist…. herrlich!

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Neben den Elefanten hatte ich noch ein weiteres besonderes Highlight in meiner letzten Woche. Ich war auf einer Karen-Hochzeit in unserem Dorf Mae Sapok Dei eingeladen. Mit zahlreichen Essensgaben bewaffnet, fuhren wir mit Nais Pick-up ins Dorf, um der Zeremonie und den Feierlichkeiten beizuwohnen.

Die Zeremonie war sehr interessant, auch wenn ich natürlich kaum ein Wort verstand. Sie  fand zweisprachig statt, auf Karen und Thai und neben etlichen Segnungen der älteren Verwandten wurden auch einige Lieder gesungen.

Das gesamte Dorf war versammelt und alle waren in ihren schönsten Trachten gekleidet – ein tolles Erlebnis. Neben dem Brautpaar waren Natalie und ich wohl die Hauptattraktion, denn wir waren die einzigen anwesenden Farangs. Ich fand es toll, diesem besonderen Ereignis beiwohnen zu dürfen.

Generell stand meine letzte Woche unter dem Zeichen vieler „letzter Male“. Ein letztes Mal im Kindergarten vorbei schauen, ein letztes Mal nach Mae Sapok Dei – viele kleine, teils traurige Abschiede! Und natürlich meine Abschiedsfeier in der Karaoke-Bar – ein eher lustiger als trauriger Abend.

Und dann kam auch schon mein letzer Tag im Elefantencamp. Ein letztes Mal auf dem Auto hintendrauf stehen, Abschied nehmen von meiner schönen Mae Wan Mai und all den lieben anderen Elefanten – und ein letzter Ausritt mit Mae Boontong.

Als krönender Abschluss ein letztes Mal Elefantenbaden an der tiefen Badestelle inklusive herumalbern mit den Mahouts, Elefanten und Gästen. Und dann – nach einem letzten Knuddeln – war es leider wirklich an der Zeit den sanften Riesen endgültig „Goodbye“ zu sagen. 😦

Nach dem Abschied im Camp tranken wir noch ein letztes Bier mit den Kollegen und einigen Mahouts an unserer Bank. Dort hängt mittlerweile ein Plakat von Bodos Ehrung durch die thailändische Prinzessin – welches die Mahouts bestaunten.

Der Abschied von Bee und Nai war einer der schwersten – selten sind mir so warmherzige Menschen begegnet, die mich sehr liebevoll aufgenommen haben. Mit Natalie fuhr ich dann nach Chiang Mai, wo ich den letzten Abend mit ihrem Freund und ihr verbrachte. Und auch hier gab es noch ein paar „letzte Mal“ zu erleben: Frühstücken im German Beergarden, Massage in meinem Lieblings-Salon „Lila Massage“ (wo man von Ex-Gefängnis-Insassinen massiert wird)…bis es dann mittags Richtung Flughafen ging. Als Natalie und Bee mich dort absetzten ging es mir eigentlich ganz gut, da überwog die Vorfreude auf zuhause. Als ich jedoch einige Zeit im Wartebereich verbrachte, wurde mir scheinbar doch bewusst, dass diese einmalige Zeit nun tatsächlich zuende ging – und da liessen sich die Tränen nicht mehr aufhalten. Bestimmt waren auch einige Tränen der Wiedersehens-Vorfreude dabei – aber auf jeden Fall war es ein sehr sentimentaler Moment, der da über mich hereinbrach.

Nach etlichen Stunden Flug und Wartezeiten an diversen Flughäfen erreichte ich dann endlich die Heimat. Dort wurde ich am Flughafen überrascht von meinem Bruderherz samt Freundin mit Blumen und Ballon  – und freute mich sehr, wieder zuhause zu sein. In den nächsten Tagen folgten tolle Wiedersehensmomente: Familienessen, Mädels-Überraschung, Super-Agentur-Willkommens-Überraschung (inklusive Integrationstest und vieler origineller Geschenke) – es war – und ist! – wirklich toll zu sehen, wieviele Menschen sich gefreut haben, dass ich wieder da bin! Denn das alles tröstet sehr über den Abschiedsschmerz der sanften Riesen, der lieben Menschen und des wunderschönen Landes hinweg.

Und jetzt? Knapp vier Wochen später hat mich mein Alltag wieder im Griff. Es kommt mir nicht vor, als sei ich noch vor einem Monat mit Elefanten durch den Dschungel spaziert. Die ganze Zeit dort erscheint mir in weiter Ferne – was eigentlich sehr schade ist. Aber heute – beim Schreiben dieses Blogs und beim Sichten der Bilder – war ich wieder für einen Moment dort… im schönen thailändischen Norden mit meinen wunderschönen Dickhäutern. (Vielleicht folgt doch noch irgendwann das ein oder andere Kapitel, wenn mich das Fernweh überkommt…)

Und ein kleines bißchen verfolgen sie mich doch in meinem deutschen Alltag, die Elefanten. Ich träume viel von ihnen – und tagsüber sehe ich sie überall, in den unterschiedlichsten Situationen. Als Wolkenformation am Himmel, als Laub auf dem Boden (das erkenne wahrscheinlich nur ich ;-)) und als Ingwer im Bioladen (das erkennt ihr hoffentlich auch?!)

Tatsächlich vermisse ich neben den Elefanten vor allem auch die viele Zeit, die ich in der Natur verbringen dürfte. Stundenlang durch die Wälder spazieren ist schon ein besonderes Geschenk. Aber auch unsere Umgebung hier hat sehr viel schönes zu bieten, wenn man mit offenen Augen unterwegs ist.Meine morgendlichen Laufrunden durch den Wald und um den See genieße ich sehr – die Natur erleben mit ihren kleinen und großen Wundern.

Auch wir haben wunderschöne Wälder, sogar lebende Maibäume… und auch bei uns wächst das Glück am Wegesrand… man muss nur einfach länger Ausschau halten nach einem vierblättrigen Kleeblatt… 😉

Oder wie Buddha einst weise sagte: „Es gibt keinen Weg zum Glück. Glücklichsein ist der Weg!“ Ein perfektes Fazit zu meiner 5-monatigen Auszeit im Norden Thailands und somit ein schöner Schlusssatz für meinen Erlebnisbericht.

Ich danke euch für das schöne Feedback zu meinem Blog und freue mich, dass ihr an meinem Abenteuer teilhaben wolltet. Mir hat es riesigen Spaß gemacht, das Erlebte mit euch zu teilen – schön, dass ihr dabei ward!

Macht´s gut und seid glücklich! 🙂 Eure Melanie

 

 

Ein Gedanke zu “Abschied und Home Sweet Home

  1. Wie das war es jetzt???? Bitte weiterschreiben…..
    Schön, dass du wieder da bist…. Und auch uns begleiten deine Elefanten im Alltag, danke dafür

    Gefällt mir

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